War anfangs etwas skeptisch, da ich bisher kein besonderer Fan von Henri Hübchen war - das hat sich seit diesem herrlich makabren Film geändert. Spätestens, nachdem ich dem polnisch abstämmigen, aber schon seit vielen Jahren in Deutschland lebenden Regisseur zuhören durfte (mit Lachtränen in den Augen), welche Situationskomik er mit diesem Schauspieler während der Dreharbeiten erlebt hat, sind mir beide unglaublich ans Herz gewachsen. Für den Jungregisseur (humorvoll, sympathisch, absolut natürlich,dem man gern zuhört)freut es mich sehr, wieviel Erfolg er bei Max Ophüls und anderenorts hatte. Das Publikum gab gerührt stehende Ovationen. Man merkt, dass einige durch und durch skurrile Szenen tatsächlich aus dem Leben und dem eigenen Erfahrungsschatz des Polen gegriffen sind (die beiden Polizisten, die einen Strafzettel erlassen, wenn man stattdessen neben dem Auto kniet und betet - um danach einen kleinen Christopherus vom Polizisten persönlich überreicht zu bekommen... kein Scherz, laut Regisseur!!). Henri Hübchen als knurriger Kerl mit Schnodderschnauze, der sich gegen alles wehrt, was auch nur annähernd mit Religion und Kirche zu tun hat. Der aber zum (wie er glaubt) Schutz der Enkeltochter, die nach dem Tod der Mutter beim Vater in Polen leben soll, in selbiges, hochkatholisches Land fährt, um sich ein Bild über die furchtbaren Zustände zu machen, die in der polnischen Familie seiner Meinung nach herrschen müssen. Zu dumm, dass ihm eben gerade diese Familie immer mehr ans Herz wächst und er einsehen muss, seine Meinungen und Vorurteile zu revidieren...
Kurz: Lachtränen und bisweilen ungläubiges Kopfschütteln sind garantiert!