Wieder ein wunderbares Buch, vielleicht sein bestes
Von seinen vier wunderbaren Büchern" sprach Jürgen von der Lippe, als er Wilfried Ahrens am Ostersonntag in seinem neuen MDR-Format Frei von der Lippe" auf der Wartburg willkommen hieß und munter mit ihm über Stilblüten und deren Entstehung plauderte. Und dieses vierte Buch des Oberstaatsanwalts mag sogar sein bislang bestes sein. Abgesehen von der beeindruckenden Vielfalt und Farbigkeit des gesammelten Materials haben mich erneut und diesmal besonders die verbindenden Texte und Kommentare überzeugt. Die kommen nie langatmig oder hölzern daher, im Gegenteil, mit viel Ironie und trockenem Humor bringt der Autor es jeweils trefflich auf den Punkt, weiß Pointen den Kick zu geben, den Lachreiz zu steigern. Daß es einst nicht mit Büchern losging, sondern mit dem Präsentieren seiner Funde vor Publikum, das hat seinen Stil geprägt, sehr zum Vorteil des Lesers. Mit welcher Lust Wilfried Ahrens dabei zu Werke geht, davon war in dem Talk mit Jürgen von der Lippe einiges zu spüren.
Schön auch, wie zur Wahrung der nötigen Anonymität nicht Allerweltsnamen zum Einsatz kommen, sondern die Geschichten mit originellen Namenskreationen zusätzlich belebt werden. Für eine gewisse Illustration sorgen Faksimiles von teils urkomischen Funden.
Ein Muß für Fans und solche, die es werden wollen. Selbst schuld, wer es sich entgehen läßt.