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Polizeiruf 110 Box 2: 1972-1973 (DDR TV-Archiv) [3 DVDs]

Peter Borgelt , Sigrid Göhler , Helmut Krätzig , Heinz Seibert    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 24,49 Kostenlose Lieferung. Details
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Polizeiruf 110 Box 2: 1972-1973 (DDR TV-Archiv) [3 DVDs] + Polizeiruf 110 - Box 1: 1971-1972 ( DDR TV-Archiv ) [3 DVDs] + Polizeiruf 110 - Box 3: 1973-1974 ( DDR TV-Archiv ) [3 DVDs]
Preis für alle drei: EUR 71,88

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Produktinformation

  • Darsteller: Peter Borgelt, Sigrid Göhler, Jenny Gröllmann
  • Regisseur(e): Helmut Krätzig, Heinz Seibert, Gerhard Respondek, Bernhard Stephan, Hans-Joachim Hildebrandt
  • Komponist: Wolfgang Pietsch, Hartmut Behrsing
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • Anzahl Disks: 3
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Studio Hamburg Enterprises (Alive)
  • Erscheinungstermin: 13. April 2012
  • Produktionsjahr: 1973
  • Spieldauer: 536 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B007CBEOQQ
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 35.108 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

Polizeiruf 110 war die erfolgreichste Reihe des DDR-Fernsehens. Mit sensationellen Quoten von über 50% erwies sich der Dauerbrenner, der sich als einzige Reihe neben dem Sandmännchen ins gesamtdeutsche TV-Programm retten konnte, als wahrer Straßenfeger, der hochwertig produzierte Krimi-Unterhaltung, gleichzeitig aber auch ehrliche Einblicke in die Alltagswirklichkeit der Menschen bot.

Folgen:
01 Das Ende einer Mondscheinfahrt
02 In derselben Nacht
03 Siegquote 180
04 Gesichter im Zwielicht
05 Alarm am See
06 Freitag gegen Mitternacht
07 Vorbestraft
08 Der Ring mit dem blauen Saphir

Produktbeschreibungen

Polizeiruf 110 war die erfolgreichste Reihe des DDR-Fernsehens. Mit sensationellen Quoten von über 50% erwies sich der Dauerbrenner, der sich als einzige Reihe neben dem Sandmännchen ins gesamtdeutsche TV-Programm retten konnte, als wahrer Straßenfeger, der hochwertig produzierte Krimi-Unterhaltung, gleichzeitig aber auch ehrliche Einblicke in die Alltagswirklichkeit der Menschen bot.

Die Folgen in dieser Box
01 Das Ende einer Mondscheinfahrt
02 In derselben Nacht
03 Siegquote 180
04 Gesichter im Zwielicht
05 Alarm am See
06 Freitag gegen Mitternacht
07 Vorbestraft
08 Der Ring mit dem blauen Saphir

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Polizeiruf 110 Box 2: 1972-1973

Nur wenige Tage, nachdem die erste DVD-Box mit den zu DDR-Zeiten entstandenen allerersten Folgen der Reihe "Polizeiruf 110" erschienen ist, folgt nun unmittelbar die Zweite. Wie schon bei der vorhergehenden Box kommen auch von der hier vorliegenden zweiten Box mit deren drei DVDs, wiederum acht Folgen der Reihe zur Veröffentlichung. Die dieses Mal von den DVDs zu sehenden acht Folgen erlebten ihre Erstsaustrahlung vom Dezember 1972 bis in den August 1973.

Die nächsten Boxen stehen sozusagen bereits in den Startlöchern und so sollen allein im laufenden Kalenderjahr 2012 im Fazit ganze acht Boxen der Reihe zur Veröffentlichung und in den Handel kommen. Insgesamt werden es dann irgendwann einmal neunzehn DVD-Boxen, mit zu Zeiten der existierenden DDR produzierten Folgen der Reihe sein, die zudem als nettes Goodie nebeneinander aufgestellt, den Schriftzug "Polizeiruf 110" nebst einer Rundumleuchte zeigen werden.

Wohl kaum einer hätte, als am 27. Juni 1971 mit der Folge "Der Fall der Lisa Murnau" der allererste Fall der neuen Reihe seine Erstausstrahlung erlebte geahnt, dass dies der Anbeginn und Start einer inzwischen über vierzig Jahre andauernden Erfolgsgeschichte sein würde. Eigentlich geplant und vonseiten der DDR als Gegenstück zum kurz zuvor gestarteten westdeutschen "Tatort" angedacht, entwickelte sich der "Polizeiruf 110" alsbald zu einem wahrhaften Straßenfeger.
Dabei war der Erfolg der Reihe, welche oft auch als Nachfolger der von 1959 bis 1968 im DDR-Fernsehen zuvor gezeigten Reihe "Blaulicht" gilt, derart groß, dass im Laufe der Zeit viele der Folgen nicht nur in beinahe allen sozialistischen "Bruderländern", sondern so zb. auch in Schweden, Dänemark, der BRD und anderen Staaten gezeigt wurden und auch dort reichlich Zuspruch fanden.

Dabei unterscheiden sich die Filme des "Polizeiruf 110" gegenüber der Reihe "Blaulicht" gewaltig. Beruhten die Inhalte der gezeigten Blaulicht-Folgen zu großen Teilen auf tatsächlichen Akten und Kriminalfällen, sah sich der "Polizeiruf 110" in den von wechselnden Autoren aufgeschriebenen Geschichten eher in der Aufgabe des sachlich kritischen Ausleuchters und Analytikers der aufgezeigten Kriminalfälle. Im Ergebnis entstand und entwickelte sich so ein eben ganz eigener und dabei unverwechselbarer Stil in der Machart und Umsetzung innerhalb der Reihe "Polizeiruf 110". Bis zum Ende des Fernsehens der DDR im Jahr 1991 entstanden so mehr als 150 abgedrehte Folgen.

Auch wenn die Macher des "Polizeiruf 110" zu Zeiten der DDR unter ständiger Beobachtung und Kontrolle von Anbeginn bis zur Abnahme der fertigen Produktion durch staatliche Institutionen standen, wurden dennoch auch gesellschaftlich sich kritisch mit dem System auseinandersetzende Themen behandelt. Gerade auch diese für DDR-Verhältnise relativ offene Art des Umgangs mit sonst in der Öffentlichkeit oft tabuisierten Themen wie zb. Alkoholmissbrauch, Gewaltverbrechen oder sexueller Missbrauch, sorgten mit deren Authentizität für eine hohe Akzeptanz und Beliebtheit der Reihe bei deren Zuschauern.

Einen weiteren und nicht unerheblichen Teil am Erfolg der Reihe machte auch die Besetzung mit erstklassigen Darstellern innerhalb aller entstandenen Folgen aus. In den von der hier vorliegenden zweiten Box zu erlebenden acht Folgen hat sich inzwischen ein festes Ermittlerteam bestehend aus "Oberleutnant Fuchs" (Peter Borgelt 1927-1994) und Oberleutnant "Jürgen Hübner" (Jürgen Frohriep 1928-1993) sowie Sigrid Göhler als "Leutnant Vera Arndt" und Kriminalassistent "Lutz Subras" (Alfred Rücker) gefunden. Bedingt durch andere Verpflichtungen der Darsteller bei Film und Theater, ist die Besetzung der Ermittler diesen Umstand angepasst und nicht in allen Folgen gleich.

Interessant ist dabei, dass es den Autoren der Reihe und schlussendlich auch den Darstellern der einzelnen Charaktere der Rollen der Ermittler gelungen ist, diese höchst unterschiedlich aufzuzeigen. So glänzt der Oberleutnant und spätere "Hauptmann Fuchs", der oft auch als der "Maigret des Ostens" bezeichnet wurde, als der gesetzte Herr mit väterlicher Ausstrahlung und honoriger Art. Oberleutnant "Jürgen Hübner" ist der klare Analytiker und moderne Kriminalist mit Hochschulabschluss.
Als einzige Frau im Team zeigt sich "Leutnant Vera Arndt" einfühlend und mit weiblicher Intuition ausgestattet, was sich auf die Ermittlungsarbeit oft sehr positiv auswirkt. Kriminalassistent "Lutz Subras" ist allein schon wegen seines noch jungen Alters der Benjamin der Truppe. Hin und wieder wird "Lutz", wegen seiner bisweilen etwas voreiligen Schlüsse oder der sich nicht die notwendige Zeit nehmenden Ermittlungsarbeit, von "Fuchs" mit der Strenge des Erfahrenen in seiner Aufgabe als Vorgesetzter angemahnt.

Neben den bereits erwähnten und fest in die Reihe integrierten Darstellern, gibt es zudem in jeder der Folgen Gastauftritte anderer zur damaligen Zeit und zum Teil noch bis heute sehr bekannter und beliebter Schauspieler des damaligen DDR-Fernsehens zu erleben. Einige der Namen der in den Folgen von dieser zweiten Box zu erlebenden Mimen wären die von Fred Delmare, Helga Hahnemann, Erik S. Klein, Jürgen Zartmann, Dagmar Frederic, Günther Naumann oder auch Rolf Ludwig, um hier wirklich nur einige wenige zu nennen.

Insgesamt acht Folgen kommen von den drei DVDs dieser zweiten Box der Reihe, verpackt in einem zweifach klappbaren Digipack zur Veröffentlichung. Die dabei in Klarsichteinlegern einzeln lagernden und entnehmbaren DVDs finden zusammen mit dem Digipack, zur sicheren wie auch repräsentativen Aufbewahrung, ihren Platz in einem in Hochglanzoptik gestalteten Pappschuber.

Die auf den drei DVDs der Veröffentlichung befindlichen Folgen finden sich in der chronologisch exakten Reihenfolge ihrer Erstausstrahlung abgelegt.
Im einzelnen wären dies folgende Beiträge;

1. Das Ende einer Mondscheinfahrt (Buch U.Waldner, Regie Hubert Hoelzke)
2. In derselben Nacht (Buch und Regie Hans-Joachim Hildebrandt)
3. Siegquote 180 (Buch Walter Dorn, Regie Wolfgang Luderer)
4. Gesichter im Zwielicht (Buch M.Mosblech und F. Unger, Regie M.Mosblech)
5. Alarm am See (Buch Gerhard Bransnter, Regie J. Bednarczyk & J. Laskowski)
6. Freitag gegen Mitternacht (Buch Heiner Rank, Regie Werner Röwekamp)
7. Vorbestraft (Buch Rudolf Böhm, Regie Heinz Seibert)
8. Der Ring mit dem blauen Saphir (Buch Dorothea Kleine, Regie N. Büchner)

Dafür, dass sich nach dem Einlegen der DVDs in den Player mit einer Texttafel für Einschränkungen in der zu erlebenden Bild- und Tonqualität, aufgrund des verfügbaren Ausgangsmaterials entschuldigt wird, bin ich dann doch recht zufrieden, mit dem was dann zur Ansicht kommt. Natürlich lassen sich die inzwischen um die vierzig vergangenen Jahre seit dem Entstehen der Aufnahmen nicht ganz übersehen. Die laut Cover mit einer Gesamtlaufzeit von in etwa 540 Minuten und im Bildformat Video Aspect 4:3 gezeigten Folgen bieten eine akzeptable und zum Teil schon geradezu verblüffend gute Qualität.

Mit und von dieser zweiten Box gibt es mit den Folgentiteln "Gesichter im Zwielicht" und "Der Ring mit dem blauen Saphir" die beiden ersten in Farbe abgedrehten Folgen der Reihe zu sehen. Die restlichen sechs Folgen kommen noch im klassischen Schwarz-weiß, welches in sich mit zumeist recht guten Abstufungen und Grautönen überzeugt, daher. Die Schärfe und auch der Kontrast zeigen sich von den DVDs, bis auf einige wenige Ausnahmen, recht gut getroffen. Hin und wieder zu bemerkende kleinere Fehler, so zb. in der Totalen oder auch kleinere und kaum auffällige Bewegungsunschärfen, sind nicht wirklich störend und der damaligen Aufnahmetechnik zuzusprechen. Verschmutzungen wie auch mechanische Beschädigungen am betagten Filmmaterial fallen in dem von den DVDs zu erlebenden Bild relativ wenig auf.

Die DVD-Menüs zeigen sich in der Art und Aufmachung passend im Stil bereits vorhergehender Veröffentlichungen innerhalb der Reihe des "DDR TV-Archiv" gestaltet. Versehen mit einigen animierten Szenenausschnitten und der im Hintergrund zu hörenden Titelmusik der Reihe, sind sie übersichtlich und einfach bedienbar gehalten. Dargestellt in Textform, können aus dem sich nach Einlegen der DVD in den Player öffnenden Hauptmenü heraus, die jeweils zwei bzw. drei auf den DVDs befindlichen Folgen zur unmittelbaren Wiedergabe gestartet werden. Einige in den einzelnen Folgen gesetzte Marker ermöglichen eine optionale Anwahl und Kapitelsprünge.

Ein 12-seitiges bebildertes Booklet mit Informationen zur Bedeutung des "Krimi im DDR-Fernsehen" wie auch zum "Polizeiruf 110" und deren "Einsatzgruppe Fuchs", finden sich als erstes Extras bei der hier vorliegenden zweiten Box der Reihe. Von der dritten DVD kommt ein speziell für diese Veröffentlichung erstellter und ca. 38 Minuten laufender filmischer Beitrag zur Ansicht. In diesem berichtet der Schauspieler Stefan Lisewski (zu sehen als Kapitän "Hasse" in der Folge "Das Ende einer Mondscheinfahrt"), sehr interessant über die damaligen Dreharbeiten, wie auch die Reihe "Polizeiruf 110" selbst.

Tonbewertung:

Der deutsche Ton bei dieser Veröffentlichung kommt im Format Dolby digital 2.0 zu Gehör. In der Beurteilung und Wertung seiner Qualität muss man fairerweise denn Tatsachen der technischen Möglichkeiten und Gegebenheiten der vor vierzig Jahren entstandenen Tonaufnahmen Rechnung tragen. Lesen Sie weiter... ›
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hervorragend aufbereitete DDR-Krimikost 15. November 2012
Von Meißter
Die DVD-Box „Polizeiruf 110. 1972-1973“ ist die zweite Box dieser Reihe und beinhaltet acht Polizeiruf-Folgen aus den besagten Jahrgängen auf drei DVDs. Es handelt sich hierbei um die Filmfälle 11-18 in chronologischer Reihenfolge. Die Länge der Filme variiert von 54 bis 81 Minuten.
Es ist sehr vorbildlich, wie diese Krimi-Reihe veröffentlicht wird und das positive Gegenbeispiel zur Veröffentlichungspolitik beim „Tatort“. In einheitlich gestalteten Boxen, die meist ein bis zwei Jahrgänge umfassen, werden die Polizeiruf-Folgen des DDR-Fernsehens chronologisch und nahezu vollständig veröffentlicht.

Bild/Ton:
Bild und Ton wurden für diese Edition digital restauriert und überzeugen durch bestmögliche Qualität (Dolby Digital 2.0). Man merkt den Filmen ihr Alter diesbezüglich nicht an. Zwei der acht Filme sind in Farbe, die anderen in schwarz-weiß gedreht worden.

Inhalt:
Die Polizeiruf-Folgen auf dieser Box sind von unterschiedlicher inhaltlicher Qualität. Neben überzeugenden Filmen wie „Gesichter im Zwielicht“, „Der Ring mit dem blauen Saphir“ oder aber auch „Das Ende einer Mondscheinfahrt“ gibt es ebenso sehr lahm inszenierte Folgen, die eher mau sind („Alarm am See“).
Was diese Filme aber vor allem bieten ist ein guter zeithistorischer Einblick in das Alltagsleben der DDR zu jener Zeit, bzw. einen Einblick wie dieses in Krimis fiktional umgesetzt wurde.

Aufmachung/Extras:
Als Extra ist auf der 3. DVD ein ca. 38 minütiges Interview mit dem Schauspieler Stefan Lisewski enthalten, welches interessante Einblicke in die damaligen Bedingungen für Dreharbeiten bietet (Lisewski spielte u.a. die Hauptrolle in „Das Ende einer Mondscheinfahrt“). Darüber hinaus befindet sich in der Box ein zahlreich bebildertes 12-seitiges Booklet welches in drei Artikeln den „Polizeiruf 110“ des DDR-Fernsehens näher vorstellt und einordnet.

Fazit:
Diese Box ist aufgrund der einheitlichen und qualitativ hochwertigen Veröffentlichungspolitik nicht nur für Sammler und Liebhaber des „Polizeiruf 110“ hervorragend geeignet, sondern auch für diejenigen, welche an zeithistorischen Einblicken interessiert sind. Die inhaltliche Gestaltung und Dramaturgie einiger Filme ist teilweise jedoch wohl nur etwas für hartgesottene Krimi-Fans.
Aufmachung/Technik: 5/5 Sterne, Inhalt: 3,5/5 Sterne. Gesamt: 4 Sterne.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Erfolgsgeschichte des DDR-Fernsehens 5. Juni 2012
Die erfolgreichste Reihe des DDR-Fernsehens war Polizeiruf 110". Sie entstand als Reaktion auf den westdeutschen Tatort" und startete ebenfalls 1971. Zum vierzigsten Jubiläum wird ein Traum vieler Fans endlich wahr. Denn viele der Folgen, die noch nie im Fernsehen wiederholt wurden, erscheinen nun erstmals auf DVD. Bislang sind 158 verschiedene Tatort"-Folgen bei Walt Disney Studios und beim RBB erschienen. Vorerst soll es keine neuen Veröffentlichungen mehr geben, was viele Fans bedauern werden. Mit einer zeitlichen Verzögerung starten abwechselnd Studio Hamburg und Icestorm Entertainment mit der DVD-Veröffentlichung der frühen Polizeiruf"-Folgen aus DDR-Zeiten. Die Boxen beinhalten jeweils acht Fälle auf drei DVDs mit Laufzeiten von meist mehr als 500 Minuten, dazu viele Extras wie Darsteller-Interviews und illustrierte Booklets. Geplant sind 19 Boxen, auf denen alle 153 zu DDR-Zeiten entstandene Folgen erscheinen werden. Sie waren einst der Exportschlager des DDR-Fernsehens und wurden in über 35 Ländern ausgestrahlt. Die Reihe lief nicht nur in Osteuropa, Bulgarien, Rumänien, Polen und Ungarn, sondern auch im Westen, etwa in Dänemark, Italien und Schweden, und sogar in so fernen Ländern wie Afghanistan, der Mongolei und Vietnam. Der Polizeiruf" kam in chinesische und sowjetische Kinos, und selbst zur Devisenbeschaffung in der Bundesrepublik Deutschland diente er. Dort wurde er in den Dritten Programmen der ARD ausgestrahlt.
In der Heimat war Polizeiruf 110" die mit Abstand erfolgreichste Reihe des DDR-Fernsehens. Mit sensationellen Quoten von über 50 Prozent erwies sich der Dauerbrenner, der als einzige Reihe neben dem Sandmännchen die Wende überlebte, als wahrer Straßenfeger. Die hochwertig produzierte Krimi-Unterhaltung bietet nebenbei ehrliche Einblicke in die Alltagswirklichkeit der Menschen im realen Sozialismus, wobei zwischenmenschliche Konflikte und nicht Gewalt im Mittelpunkt stehen. Alle Folgen sind FSK 12. Im Mittelpunkt der Reihe stehen die Kriminalisten der Sondergruppe Fuchs". Sie klärt Verbrechen aller Art in der gesamten DDR auf, weshalb man ähnlich wie im westdeutschen Tatort" unterschiedliche Landschaften und Dialekte mitbekommt. So liegen die Schauplätze in Berlin, Frankfurt/Oder, Rostock, Leipzig, Dresden, Potsdam und Halle sowie auf dem Land, in Ferienorten an der Ostsee und im Harz. Im Gegensatz westdeutschen Krimi-Klassikern wie Tatort" oder Der Kommissar" gibt es Polizeiruf" oft keine Leichen. Denn die Sondergruppe ist nicht nur für Gewaltverbrechen wie Mord und Totschlag zuständig, auch Einbruch, Erpressung, Diebstahl, Betrug und Jugendkriminalität gehören zu ihren Aufgabengebieten.
Geprägt wurde der Polizeiruf 110" besonders durch die Figur des Oberleutnant, später Hauptmann Fuchs, den der Schauspieler Peter Borgelt (84 Fälle) von Beginn an verkörperte. Anfangs noch in Schwarz-Weiß ermittelte er zusammen mit Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler, 46 Fälle) und Oberleutnant Hübner (Jürgen Frohriep, 63 Fälle). Polizeiruf 110" trat die Nachfolge der von 1959 bis 1968 gesendeten Reihe Blaulicht" an. Doch während diese ein Kind des Kalten Krieges war, von Agenten, Schiebern und Schmugglern handelte, die im Westen zu Hause waren und ihren Geschäften in der DDR nachgingen, verabschiedete sich Polizeiruf 110" von der grenzüberschreitenden Kriminalität. Fortan spielten kleine und große Verbrechen von DDR-Bürgern die Hauptrolle. Dabei war es ein Politikum, dass es viele dieser Verbrechen laut offiziellen Statistiken eigentlich gar nicht gab. Somit war der Polizeiruf" eine ehrliche und realistische Produktion des DDR-Fernsehens und zugleich eine moralische Instanz, die den Bürgern den Spiegel vorhalten und vor ähnlichen Taten abschrecken wollte.
Die Autoren griffen viele Konflikte und Themen auf, die im DDR-Fernsehen in einer klassen- und konfliktlosen Gesellschaft sonst äußerst selten waren oder überhaupt nicht zur Sprache kamen: Alkoholismus, Einbruch, Erpressung, Diebstahl, Betrug, Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Selbstmord oder Jugendkriminalität. Die Resonanz von realen Betroffenen und Opfern waren nach den Ausstrahlungen oft sehr groß. In den 1980er Jahren traten auch jüngere Ermittler wie Leutnant Grawe (Andreas Schmidt-Schaller, 31 Fälle) und Oberleutnant Zimmermann (Lutz Riemann, 15 Fälle) auf. Von den späteren gesamtdeutschen Ermittlern brachten es nur wenige auf über zehn Fälle, darunter waren Uwe Steimle (31 Fälle) als Hinrichs oder Edgar Selge (20 Fälle) als einarmiger Tauber. In den Nachwendefolgen wurden oft die die tiefgreifenden politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Umbrüche in der DDR thematisiert. Das Duell" spielt vor dem Hintergrund der Demonstrationen des Herbstes 1989. In der vom WDR und DFF verantworteten Koproduktion Unter Brüdern" gibt es eine einmalige Kooperation der beiden beliebtesten Krimireihen in Ost und West, als die Duisburger Tatort"-Kommissare Schimanski und Thanner mit den Polizeiruf"-Ermittlern Fuchs und Grawe einen Fall im grenzüberschreitenden Kunstschmuggel aufklären. Auch die Kriminalisten bekommen die die politischen und sozialen Veränderungen mit. Aus dem korrekten, pflichtbewussten und moralisch einwandfreien Genossen Hauptmann wird ein Hauptkommissar mit menschlichen Stärken und Schwächen, der Wartburg als Dienstwagen hat schnell ausgedient. In Thanners neuer Job", dem letzten Polizeiruf 110" des DFF, wird mit dem ersten Ermittler Fuchs symbolisch auch der DDR-Krimi in Rente geschickt.
Nach der Auflösung des Deutschen Fernsehfunks Ende 1991 und der unmittelbar folgenden Gründung von MDR und ORB folgt eine Phase der Neuorientierung. Polizeiruf 110" erhält einen prädestinierten Sendeplatz am Sonntagabend im Wechsel mit Tatort". Das Ermittlungsgebiet wird über das der ehemaligen DDR ausgeweitet, so gibt es auch in Städten wie München oder Offenbach Ermittler. Das Spezifische geht mit der Zeit verloren und lässt oft keine allzu großen Unterschiede zum Tatort" mehr erkennen. Ein drittes Tatort"-Ermittlerteam in Ostdeutschland soll bald neben Berlin und Leipzig etabliert werden. Auch der Vorspann und die Titelmelodie haben sich längst geändert, ganz im Gegensatz zum Tatort". Somit wird ein lang gehegter Wunsch aller Krimifans aus Ost und West endlich wahr, wenn zunächst die 153 originalen" DDR-Folgen auf DVD erscheinen.
Die zweite Box, veröffentlicht von Studio Hamburg in der Reihe DDR TV-Archiv", enthält acht Fälle aus den Jahren 1972 bis 1973 mit einer Laufzeit von 540 Minuten. In Das Ende einer Mondscheinfahrt" hat Wolfgang Hasse, Kapitän bei der Weißen Flotte", ein außereheliches Verhältnis mit der zwanzigjährigen Serviererin Marlies Geißler, die ein Kind von ihm erwartet. Bei einer Auseinandersetzung, in der die junge Frau darauf besteht, das Kind auszutragen, verletzt sie sich lebensgefährlich. Hasse lässt sie verbluten und täuscht einen Selbstmord vor. Unter Tatverdacht geraten sowohl der Maschinist des Schiffes, Ebs Häusler, ehemaliger Verlobter der Toten, als auch die Ehefrau des Kapitäns. Häusler kann für die Tatzeit kein Alibi erbringen und Frau Hasse war zur fraglichen Zeit am Tatort. Sie übergibt der Kriminalpolizei einen Abschiedsbrief der Serviererin, der angeblich in Hasses Schreibmaschine im Bungalow steckte. Die Kriminalisten stehen vor einer komplizierten Aufgabe. In derselben Nacht" zeigt, wie zum wiederholten Male in der Nähe eines S-Bahnhofes Frauen belästigt werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei allen Fällen um denselben Täter. Doch noch ehe die Kriminalpolizei den Mann gefasst hat, wird in dem angrenzenden Wald die Leiche einer Frau gefunden. Alle Indizien deuten auf ein Sexualverbrechen hin. Durch eine aufwendige Großfahndung wird ein Täter ermittelt, der den Mord auch gesteht. Für den jungen Kriminalmeister Subras scheint der Fall damit abgeschlossen, doch Oberleutnant Fuchs hat Zweifel, die sich schon bald bestätigen. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Um Pferdewetten geht es in Siegquote 180". Trainer Bernd aus dem Rennstall Siewers liegt mit seinem Pferd an aussichtsreicher Position auf der Zielgeraden, als ein Rad seines Sulkys wegknickt. Bernd stürzt und wird lebensgefährlich verletzt. Jemand muss sich vor dem Rennen mit einer Eisensäge an dem Gefährt zu schaffen gemacht haben. Mögliche Motive für den Anschlag gibt es viele: Eifersucht, gekränkter Ehrgeiz und Geld, vor allem Geld. Im großen Kreis der Tatverdächtigen sprechen die Indizien besonders gegen Bernds Trainerkollegen Reimar, in dessen Futterkiste die Polizei eine Eisensäge sicherstellt, und gegen Pilz, Berufsfahrer bei Siewers. Von Reimar hatte Bernd schon des Öfteren vielversprechende Pferde übernommen, ein herber finanzieller Verlust durch die entgangenen Siegprämien für Reimar. Und mit Pilz war es erst kürzlich zu einer Auseinandersetzung gekommen, weil Bernd den Fahrer verdächtigte, sein Tier bei Rennen bewusst zurückzuhalten, um dann mit einem Überraschungssieg die Wettquoten in die Höhe zu treiben. Die Überprüfung der Buchmacher fördert tatsächlich Erstaunliches zutage. In Gesichter im Zwielicht" wird Astrid Jansen wird erwürgt im Bootshaus aufgefunden. Ihr Ehemann bezichtigt sich der Tat. Mit seiner zweiten Ehefrau schien der zurückhaltende Segellehrer Jansen das große Los gezogen zu haben. Lesen Sie weiter... ›
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