Margery Allingham - ein zumindest für mich neuer Name im Reigen der britischen Crime Ladies. Mit Spannung habe ich mir den ersten Roman vorgenommen - "Polizei am Grab". Ein grausig doof klingender Titel, aber was soll's. Es geht um Morde, die innerhalb einer altehrwürdigen Familie in Cambridge verübt werden. Ein Bruder liegt ermordet im Tümpel, eine Schwester vergiftet im Bett. Albert Campion spürt, dass etwas Unerklärliches, Unterdrücktes hinter den Mauern des Landhauses wartet - und auf Ausbruch lauert...
Allinghams Krimi ist ein solider Whodunit - nicht mehr und nicht weniger. Für mich besitzt zumindest dieser Roman weder den Geist einer Dorothy Sayers noch die Raffinesse einer Agatha Christie in einem Maße, der ihn zu einem wirklichen Vergnügen geraten ließe. Man fühlt sich unterhalten, es treten allerlei durchaus ambivalent angelegte Charaktere auf - die Lösung ist natürlich höchst unerwartet, aber für meinen Geschmack einfach zu wenig subtil mit der Handlung verwoben. Trotzdem: Ein guter Schmöker für zwischendurch.