Grundsätzlich ist uns Interessierten die Sachlage bekannt, dass aber teilweise derartige Wortverfremdungen vorgenommen werden, um ja keinen zu diskriminieren , hat mich an in dem Buch aufgezeigten Beispielen doch wieder mal den Kopf schütteln lassen.
Das von einigen "verwirrten Zeitgeistern" sogar das Synonym "man" als diskriminierend empfunden wird, haut einen dann doch wieder mal um.
Der Autor präsentiert in seinem kurzen 64 seitigen Din-A6 Büchlein die Verballhornung der westlichen politischen Ausdrucksweise. Es mündet sogar in einer Art Wandel unseres bisherigen Systems von Demokratie in Wortdiktatur. Dargelegt wird das an Hand der Jagd und Hatz in Medien auf diejenigen, die sich nicht an das neue Vokabular halten. Z.B. gestalten Firmen ihre jahrzehnte alten Produktnamen um (Negerküsse -> Schokoküsse, Sarottiemohr -> Sarottiemagier) um nicht in das diskriminierende Lager gestellt zu werden.
Auch die Ansprachen wie "liebe Mitgliederinnen" sind schon recht peinlich. Das ganze gipfelt dann im englischen, wo man einen Ersatz für dunkle Afrikaner, -> "Menschen stärker pigmentierter "Rasse" sucht , welche in Deutschland wiederum nie gesagt werden könne , da der Begriff "Rasse" schon negativ besetzt sei. Behinderte werden zu "körperlich Herausgeforderten" was an sich schon wieder eine Verunglimpfung darstellt.
Im Alltag ist die Verbiegung aber schon so weit fortgeschritten, dass viele es gar nicht mehr bemerken, dass unsere Sprache eigentlich schon immer einfache, umfassende, alle Personen ansprechende nicht diskriminierende Begriffe beinhaltete. (Bürger, Mitglieder, Versehrte, Ausländer usw.)
Alles in allem ein klares Wort zur unmöglichen Sprachverbiegung, die in sich selbst schon wieder kontraproduktiv ist und somit peinlich wird.
Ein sehr lesenswertes aber etwas zu kurz geratenes Buch, 4 Sterne .