An sich ist die Idee einer geopolitischen Simulation interessant. Möchte doch jeder einmal die Fäden eines Staatschefs in die Hand nehmen und nach eigenem Interesse regieren. So dachte auch ich. Einen Staat regieren und das Volk zu Wohlstand und Macht führen.
Doch so leicht es sich formuliert, so schwierig ist es das Spiel komplett zu verstehen. Nicht jeder hat fundierte Wirtschaftskenntnisse und nicht jeder weiß, was es mit dem BIP (Bruttoinlandsprodukt) genau auf sich hat. Deshalb denke ich, dass die Entwickler in weiten Teilen über das Ziel hinausgeschossen sind.
Anhand des Spielmodus Weltweite Simulation möchte ich meine Rezension darlegen:
(Wie gesagt bin ich in wirtschaftlichen Fragen kein Experte und besitze wahrscheinlich nur ein Halbwissen)
Zunächst fiel mir auf, dass ich an keiner Stelle erkennen konnte, wieviel Geld ich im Moment ausgeben kann ohne Schulden zu machen. Es wurde zwar angezeigt, was der Staat ausgibt und einnimmt, aber das Geld, was der Normalbürger quasi auf die Hand bekommt, wurde nirgends separat aufgelistet. Hinzukommt, dass obwohl ich Überschüsse erwirtschaftet habe (3x höhere Einnahmen wie Ausgaben) anscheinend keine Rücklagen (ähnlich eines Sparkontos) gebildet wurden und ich weiterhin ein zwar geringes aber dennoch vorhandenes öffentliches Defizit hatte. Einfach gefragt, wie kann ich Schulden machen, wenn doch ausreichend Mittel zur Verfügung stehen?
Die Wirtschaftsverträge für mein Empfinden sind etwas kompliziert gestaltet, da ich bis jetzt (ich habe ca. 20 Spielstunden) nicht wirklich weiß, wann ich kaufe und wann ich verkaufe. Es wird zwar angezeigt jährliches Kaufvolumen und jährl. Verkaufsvolumen, doch wer verkauft und wer kauft, erschließt sich mir nicht wirklich.
Was mich persönlich gestört hat waren die Ministermeldungen am linken Bildrand. Ich hätte gerne eine Funktion finden wollen, wo ich auswählen kann, welche Arten von Meldungen sehen möchte. Quasi eine Selektierfunktion, die es in anderen Spielen auch gibt.
Auch gestört hat mich die Baufunktion und das auf vielerlei Weise: Einmal die Gebäude, die von mir selbst platziert werden müssen, darunter z.b. Solaranlagen, Ölanlagen oder Windanlagen. Die Solaranlagen sowie die Windanlagen auf See erzeugen für ihre Anzahl und ihren Standort zu wenig Strom. Windanlagen auf dem Land produzieren doppelt wenn nicht sogar dreimal so viel Strom. Dennoch komm ich mit dem Bau von Stromgebäuden nicht dem nationalen Verbrauch hinterher.
Wo wir beim nächsten Punkt wären, die Bauzeit scheint für meine Begriffe zu hoch. Zum Beispeil brauch ich für manche Gebäude wenn eine bestimmte Anzahl erreicht wird über 1.000 Monate. Was an sich nicht schlimm wäre, wenn sie hintereinander gebaut werden, aber anscheinend brauchen sie für die komplette Anzahl wirklich solange. Einfaches Beispiel: Für 1000 Gebäude muss ich 1000 Spielmonate warten.
Apropos bauen. Das selbstplatzierte Bauen hat bei mir fehlerhaft funktioniert.
Nun zum militärischen Teil.
Sehr spät hab ich begriffen, dass ich mit meinem eigenen Land Wirtschaftsverträge abschließen muss um an militärisches Gerät wie Panzer, Flugzeuge etc. zu kommen. Ein separate Funktion ala Rüstungsamt wäre besser gewesen.
In diesem Spiel habe ich mit Deutschland gespielt (natürlich ;)). Und es gibt dort die Möglichkeit Atomwaffen zu bauen. Bauen funktioniert auch, aber abschießen?
Im Spiel hab ich einen Chef der Nuklearstreitkräfte. Wenn ich einen Atomschlag anfordere, erwidert dieser mir, dass ich mit dem Generalstab reden muss. Leider gibt es für Dtl. keinen und man kann auch keinen bilden. Anscheinend ein Fehler im Spiel.
Als persönliches Fazit kann ich sagen, dass mir dieses Spiel nur die Welteroberung für die Langzeitmotivation bietet, von daher gibt es bessere Spiele in diesem Feld. An sich eine Gute Idee, aber die Umsetzung ist misslungen, teilweise auch wegen dem Anspruch des Realismus, der manche Spiele wohl wegen fehlendem wirtschaftlichen Kenntnissen überfordern dürfte.
P.S.: Bundeskanzler 2009-2013 ist der Ableger dieses Spiels für Deutschland, quasi für Deutschland zugeschnitten.