Kurzbeschreibung
Lange hat sich politische Theorie vorwiegend am Ideal gesellschaftlicher Gerechtigkeit orientiert. Avishai Margalit setzt mit "Politik der Würde" neue Maßstäbe: Für ihn hat sich das Nachdenken über die Organisation der Gesellschaft auszurichten an der Vorstellung einer anständigen Gesellschaft, d. h. einer Gesellschaft, deren Institutionen die Menschen nicht demütigen.
Eine abwägende Klärung, was unter Begriffen wie Würde, Achtung, Demütigung zu verstehen ist, zielt darauf, das Potential und die Bedeutung dieser Kategorien für die politische Theorie vor Augen zu führen. Margalit entfaltet sein Konzept in Auseinandersetzung mit verschiedenen philosophischen Entwürfen und konkretisiert es an unterschiedlichsten Beispielen institutioneller Demütigung (z. B. in Bereichen der Fürsorge oder Bestrafung).
Dieses Buch, das seit seiner Veröffentlichung in den USA 1996 eine breite Debatte ausgelöst und viel Beachtung gefunden hat, ist eine der großen philosophischen Auseinandersetzungen mit den Erfahrungen unseres Jahrhunderts.
Über den Autor
Avishai Margalit wurde 1939 in Palästina geboren und wuchs in Jerusalem auf. Er lehrt an der Hebrew University in Jerusalem Philosophie. Margalit gilt mit Recht nicht nur als einer der originellsten Köpfe auf dem Gebiet der Sozialphilosophie und politischen Ethik, sondern genießt auch weit über die Grenzen seines Landes hinaus großes Ansehen als intellektuelle Schlüsselfigur in der politischen Szene Israels. Weniger bekannt ist hierzulande die Tatsache, daß Avishai Margalit seit vielen Jahren sowohl als Aktivist wie auch als scharfsinniger Beobachter in den politischen Auseinandersetzungen seines Heimatlandes tätig ist: Als Mitbegründer der Friedensbewegung "Peace Now" setzt er sich unter häufig nicht ungefährlichen Bedingungen für eine friedliche Koexistenz von Juden und Palästinensern im Nahen Osten ein, als Intellektueller schreibt er regelmäßig brillante Essays über die politischen Führer, die kulturellen Konflikte und die historischen Hintergründe im gegenwärtigen Israel.