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Politik der Paranoia: Gegen die neuen Konservativen
 
 
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Politik der Paranoia: Gegen die neuen Konservativen [Gebundene Ausgabe]

Robert Misik
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 202 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (20. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351026781
  • ISBN-13: 978-3351026783
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Robert Misik
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ja, wir können Robert Misik schickt mit einem leidenschaftlichen Plädoyer die neokonservative Ideologie ins Museum der großen Irrlehren. Zugleich zeigt er, warum Gleichheit und soziale Gerechtigkeit die Voraussetzung für eine gesunde Gesellschaft ist. Mehr Gleichheit ist nicht nur möglich – sie ist auch wirtschaftlich notwendig. Die neuen Konservativen verlangen seit langem "weniger Staat", zumindest in der Wirtschaft; wenn es um die Bespitzelung der Bürger geht, sehen sie das nicht so eng. Sie haben die Finanzströme dereguliert und warnen auch nach dem Totalcrash vor "zu viel Intervention". Die Sozialsysteme betrachten sie als unmoralisch, weil die Faulen dadurch belohnt werden. Ihr Herz gehört den Tüchtigen. Sie haben das Privatfernsehen eingeführt, jetzt monieren sie den Kulturverfall. Sie halten die Familie hoch, doch durch türkische Großfamilien droht angeblich der Untergang des Abendlandes. Misiks Plädoyer für linke Werte zeigt, dass eine moderne Politik der sozialen Gerechtigkeit den konservativen Konzepten überlegen ist.

Über den Autor

ROBERT MISIK, geboren 1966, ist ständiger Autor der tageszeitung (Berlin), von profil und Falter (Wien) und einer der streitbarsten linken Publizisten seiner Generation. Autor zahlloser Kritiken, Essays, Kommentare und Reportagen. Zuletzt erschien "Marx für Eilige" (AtV 2003). Weitere Bücher: Mythos Weltmarkt (AtV 1997), Die Suche nach dem Blair-Effekt (AtV 1998), Republik der Courage. Wider die Verhaiderung (AtV 2000, Hrsg. Gemeinsam mit Doron Rabinovici). 1999 und 2000 erhielt Robert Misik den "Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch".

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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Spannende Abrechnung am Vorabend der Ära Obama, 30. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Politik der Paranoia: Gegen die neuen Konservativen (Gebundene Ausgabe)
Robert Misik nimmt sich in seinem jüngsten Buch viel vor, nichts weniger als die "neokonservative Ideologie ins Museum der großen Irrlehren" zu schicken. Der Zeitpunkt für so einen Versuch könnte nicht besser gewählt sein. Wobei der Zusammenbruch des neoliberalen Kartenhauses für Misiks Abrechnung nicht einmal notwendig ist - er setzt sich mit dem Neokonservativismus an seinem Höhepunkt auseinander. Vielmehr macht der Zusammenbruch so ein Plädoyer notwendig. Damit tatsächlich eine neue Ära eintritt, müsse "auf jedem Politikfeld deutlich werden, dass die progressiven Konzepte und Ideen die besseren, realitätstauglicheren, gerechteren und menschenfreundlicheren Konzepte sind", und dazu will Misik einen Beitrag leisten.

Sein bevorzugtes Werkzeug ist es, die Widersprüche und damit Unzulänglichkeiten des Neo-Konservativismus aufzuzeigen. Diesen begreift er als heterogenes "weltanschauliches Knäuel" von neoliberalen Marktradikalen bis zu neu-bürgerlichen Spießern, von islamophoben Rechtspopulisten bis zu jenen, die die Dekadenz der Moderne beklagen. Sie lieben die kapitalistische Konsumkultur, aber jammern über die Auswüchse des Hedonismus. Sie verstehen sich selbst als einzig-fähige Elite, entdecken aber den "kleinen Mann" für sich. Wettbewerb und Egoismus als Tugend sind ihnen heilig, aber dass im Bus niemand mehr für Oma aufsteht, steht für den moralischen Verfall. Sie lobpreisen die Familie - außer es ist eine türkische Großfamilie...

Misik bleibt seinem spitzen Stil treu und begnügt sich nicht damit, Widersprüche einer "krausen, grotesk unlogischen politischen Philosophie" zu zeigen. Er setzt neben gut verständlichen philosophischen Giftpfeilen auch auf kurzlebige Ausflüge in Geschichte, Soziologie, Ökonomie, Kunst- und Medientheorie. Angenehm ist auch, dass Misik auch die Progressiven immer wieder an denselben Maßstäben misst. Misiks Plädoyer gegen den Neo-Konservatismus ist gleichzeitig ein überzeugendes Plädoyer für Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert. Zum Schluss wendet sich Misik an die progressiven Parteien: Sie brauchen neuen Elan, es hängt an ihnen denn "die gesellschaftliche Basis - also Menschen, die bereit wären, sich zu engagieren - gibt es und ebenso die Ideen, die nötig sind um eine neue Ära zu prägen. Yes, we can." Wer die Weltwirtschaftskrise (nur) wirtschaftspolitisch verstehen will, ist bei Misik falsch. Wer über die gesellschaftlichen Ursachen, Folgen und Alternativen lesen will, findet am Vorabend der Ära Obama eine spannende Interpretation der Welt, wie wir sie kannten und wie sie werden könnte.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gegen den Neokonservatismus, 29. Januar 2009
Von 
M. Erben "marcuserben" (Bad Mergentheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Politik der Paranoia: Gegen die neuen Konservativen (Gebundene Ausgabe)
In seinem "linken" Essay "Politik der Paraonia. Gegen die neuen Konservativen" zieht der österreichische Publizist Robert Misik im gewohnt unprätentiös-prägnanten Stil gegen die neokonservative Verdummung ins Feld. Vor allem entlarvt er die Widersprüche ihrer reaktionären, auf Angst beruhenden Ideologie: Einerseits macht der sich im Fahrwasser des Neoliberalismus daherkommende Neokonservatismus auf den um sich greifenden Werteverfall aufmerksam, der zur Zerrüttung des gesellschaftlichen Zusammenhalts führe, andererseits sollen Ausländer jene 'Leitkultur' - eine Lieblingsvokabel der Neokonservativen - verinnerlichen, die uns aber gerade fehlt!!! Auf der einen Seite wird mit Eva Hermann die Frau zurück an den Herd beordert, um den 50er-Jahre Super-Wert der Familie zu reaktivieren, auf der anderen Seite wird vor der muslimischen Welle mit ihren Großfamilien gewarnt. Hinzu kommt: Während der 'alte Konservatismus' eine Absage an das rein kapitalistische Prinzip der Profitmaximierung erteilte und im Form des Bildungsbürgertums die zweckfreie Bildung propagierte, verbreitet der neue Konservatismus das unternehmerische Selbst, den Unternehmer in eigener Sache, der rücksichtslos seinem Vorteil im Konkurrenzgerangel des freien Marktes nachspürt. Schließlich diffamiert der Neo-K. sozial Schwache, Arbeitslose als faule Menschen, die selber Schuld an ihrem Schicksal sind (ist die Schuld nicht auch strukturell bestimmt?)und befürwortet zugleich Ungleichheit als Motor einer nach ökonomischen Prinzipien organisierten Gesellschaft, im Gegenzug aber fordert er die "Zivil- oder Bürgergesellschaft", an der alle teilhaben sollen.

Freilich, Robert Misik hat es leicht, die offensichtlichen Fallstricke, Verkürzungen und Paradoxien dieser engstirnigen Weltanschauung zu analysieren, zumal mit dem neuen US-Präsidenten zumindest symbolisch ein Paradigmenwechsel eingeläutet wurde: von der "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" - Rhetorik zur progressiv-optimistischen Formel "Yes - we can", mit der Misik sein kurzweiliges Buch denn auch beschließt und an dessen Ende er im übrigen eine interessante Erklärung dafür bereit hält, warum der Konservative hinter jeder Veränderung die Gefahr, das Böse schlechthin lauern sieht: Die Denkfigur des "strengen Vaters" stimmt jedenfalls zum Nachdenken an.

Wenn "links" sein bedeutet, ein Unbehagen gegenüber gesellschaftliche Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu verspüren, dann ist Misiks Buch in diesem Sinne "links" zu nennen, d.h. ein Plädoyer für eine bessere, gerechtere Gesellschaft, insofern er es wagt, Gleichheit und Gerechtigkeit zusammenzudenken. (Dass Gleichheit und Gerechtigkeit dialektische Begriffe sind, erwähnt Misik leider nicht: je mehr Gerechtigkeit, desto weniger Gleichheit; je mehr Gleichheit, desto weniger Gerechtigkeit.) Allerdings ist es ja Aufgabe der Politik und der Wirtschaft diesen Unterschied so gut wie es geht auszutarieren...

Misiks Buch greift kein neues Thema auf. Der Widerstand gegen den Neo-K. fand bzw. findet auch Anklang in Rickens "Die neuen Spießer" bzw. in Pinls "Das Biedermeier-Komplott". Die Veröffentlichungen zeigen jedoch deutlich an: Das Zeitalter des Neo-K. neigt sich dem Ende zu!
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Und sowieso waren es die 68er, 19. Juni 2010
Von 
Peter Raeggel (Olsberg-Bigge) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Politik der Paranoia: Gegen die neuen Konservativen (Gebundene Ausgabe)
Ab und zu muß das sein: Ein politisches Buch lesen, nur zum Zwecke der Selbstbestätigung, nur zur Vergewisserung darüber, daß man die Weltanschauung mit anderen Menschen teilt und also nicht ganz falsch liegen kann.

"Politik der Paranoia" ist ein Buch, das man so lesen kann. Es malt einem die politische Heimat schön, unter Verweis auf die öde Wüste, aus welcher der politische Gegner stammt. Bestimmt wird es derlei Literatur auch für Konservative geben.

Konservative haben Werte, Progressive leben sie.Das ist eine der Intentionen, die Herr Misik aus dem Satz vom Privaten, das politisch sei, herausspürt (54). Konservative, das sind jene seltsamen Zeitgenossen, die zwar die Familie als Keimzelle der Gesellschaft hochhalten, aber nur dann, wenn es sich dabei nicht um eine (Ex-)türkische Großfamilie handelt. Sie loben das Christentum in höchsten Tönen und halten dessen Werte für so staatstragend, daß man sis noch dem letzten Moslem, Juden, Hindu, Buddhisten oder Atheisten überstülpen will, aber nur so lange, bis ein Pazifist sich für seine Überzeugung auf das fünfte der zehn Gebote Gottes beruft. Sie haben kein Problem mit der Todesstrafe - fordern sie schon einmal, auch wenn ihre Abschaffung in Artikel 102 GG fixiert ist - und setzen sich für das ungeborene Leben ein. Sie propagieren kinderreiche Familien, denn "die Deutschen sterben aus," trotzdem sind alleinerziehende Mütter irgendwie asozial, denn Frauen gehören zwar an den Herd, aber wenn sie dafür von Hartz IV leben müssen, dito. Sie erklären ganze Länder, Gesellschaften und Lebensformen für "böse" und wundern sich dann, daß sie dort nicht geliebt werden...

Und sowieso sind die 68er an allem schuld. Die, die immer alles laufen ließen, denen schon Erziehung ein Gräuel war. Härte ist stattdessen angezeigt, aber am besten im Leben der jeweils Anderen. Freiheit ist etwas, das dem Starken, Selbstädigen und Risikobereiten gebührt (7), nicht jedoch - horrible dictu - allen Menschen, um der Menschenwürde oder Gottebenbildlichkeit willen.

Natürlich polemisch. Aber auch gute Polit-Unterhaltung.
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