Kurzbeschreibung
In den immer akuter werdenden Diskussionen um Neuregelungen im Gesundheitswesen wird dem ebenso sensiblen wie kostenträchtigen Bereich der Transplantationsmedizin zukünftig eine wichtige Rolle zukommen. Zu den schwierigsten ethischen Problemen zählt schon heute die Organverteilung: tagtäglich muß entschieden werden, wer eines der knappen Spenderorgane erhalten soll, also im Zweifelsfall: wer leben darf und wer sterben muß.
In der Öffentlichkeit galt das Problem weithin als "gelöst", weil fälschlicherweise angenommen wurde, die Organverteilung werde zentral und nach rein medizinischen Kriterien vorgenommen. Aber weder das eine noch das andere ist der Fall. Vielmehr wird ein großer Teil der Organe durch die einzelnen Transplantationszentren selbst und nach von Ort zu Ort wechselnden, unterschiedlichsten Kriterien verteilt.
Um welche Kriterien es sich dabei im einzelnen handelt und welche sonstigen Einflußgrößen die Organverteilung faktisch bestimmen, wird in dieser Studie erstmals systematisch beleuchtet. Sie wendet sich nicht nur an Ärzte und Patienten, sondern zugleich an alle diejenigen, die sich als Politiker, Juristen, Ethiker oder als Journalisten mit Fragen des Gesundheitswesen beschäftigen.