Man merkt von Arnim seine Wut noch an. Nicht nur über die Verhältnisse im allgemeinen, sondern auch darüber, dass man versucht hat, ihn als Feigenblatt zu missbrauchen. Das Buch ist unbedingt lesenswert. Wer seine Illusionen von der schönen, heilen Welt allerdings behalten will, der hat keine Freude an diesem gut recherchierten Buch. Von Arnim ist kein blauäugiger Weltverbesserer, der den anderen das Schwarze unter den Fingernägeln nicht gönnt. Aber was zuviel ist, ist zuviel und das benennt er klar und deutlich - mit Belegen. Wie Politik in unserem Land gemacht wird, wie Meinungen gemacht werden, wie man mittels einer "wissenschaftlichen" Kommission versucht, aus der Schusslinie zu gelangen, das haben Stoiber, Clement & Co - und mit ihnen alle Parteien gerade vorgeführt und zum Glück gibt es mit von Arnim einen, der den Finger hebt und es dem Stimmvieh möglich macht hinter die Kulissen zu blicken. Kleine Minuspunkte: 1) Herr von Arnim, der pluralis majestatis hat ausgedient - oder: wenn sie im Team geschrieben haben, dann teilen sie uns ihre Helfer mit. 2)Auch ohne intellektuelles Überfliegerdasein begreift man alles, was sie schreiben, spätestens bei der zweiten Wiederholung. Obwohl durch die vielen "und nochmal Draufhinweise" ihre kaum kaschierte Wut über soviel Bodenlosigkeit gut herauskommt.