Das Werk beschreibt die Ernährungsweisen im Römischen Reich, die Methoden der Landwirtschaft sowie die Organisation der Nahrungsmittelversorgung (Märkte, Transport), die besondere Situation der Stadt Rom mit den öffentlichen Nahrungsmittelzuteilungen, die aus den Tributzahlungen der Provinzen dargestellt wurden, die sozial ungleiche Versorgung mit dem Lebensnotwendigen und die sich aus Missernten und politischen Krisen ergebenden Hungersnöte und die Maßnahmen, mit denen man versuchte, ihnen zu begegnen.
Parallelen mit Entwicklungsländern in der heutigen Zeit sind erkennbar, so der Luxus der Eliten und eher schlechte Versorgung der breiten Bevölkerung, die Subventionierung der Getreideversorgung in der Hauptstadt auf Kosten der ländlichen Bevölkerung, die begrenzten Transport- und Lagermöglichkeiten und die prekären Auswirkungen von Kriegen und Unwetter.
Daher versucht der Autor aus der Antike Schlüsse für die heutige Zeit zu ziehen, in der ein großer Teil der Menschheit unterernährt ist. Allerdings sind derartige Schlussfolgerungen nur eingeschränkt möglich. Ein gewichtiger Unterschied zwischen damals und heute besteht darin, dass die Oberschicht in den Entwicklungsländern die Möglichkeit hat, Kapital ins Ausland zu transferieren und - wenn es im eigenen Lande brenzlig wird - sich woanders anzusiedeln; trotz aller Vorbehalte gegen Fremde werden Leute mit viel Geld immer gerne aufgenommen. Insoweit besteht für die heutige Oberschicht in den Entwicklungsländern, für akzeptable politische, wirtschaftliche und soziale Verhältnisse in ihrem Lande zu sorgen.
Das Werk vermittelt insgesamt einen detaillierten, verständlichen und interessanten Einblick in einen vitalen Bereich römischer Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der in den herkömmlichen Werken zur Geschichte römischer Antike nicht ausreichend gewürdigt wird.