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Politik
 
 
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Politik [Taschenbuch]

Aristoteles , Olof Gigon
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Politik
OT Politika EZ zwischen 329/28 und 327/26 v. Chr.EA vor 1469 DE 1891 Form Schrift Bereich Philosophie
In der Politik und seiner Ethik begründet Aristoteles die praktische Philosophie. Die Schrift wurde zur Basis staatstheoretischer Reflexionen und Ausgangspunkt der politischen Wissenschaft vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert mit ihren unterschiedlichen Formen politischer Ordnung.
Entstehung: Die Politik ist, wie andere überlieferte Schriften des Verfassers, aus Manuskripten von Vorträgen und Vorlesungen hervorgegangen. Die acht Bücher, aus denen sie besteht, bilden jedoch kein einheitliches Werk. Die Bücher VII und VIII, die den Entwurf einer idealen Polisordnung enthalten, gelten als die frühesten Teile. Die Untersuchungen zu den verschiedenen Verfassungen, ihrer Erhaltung und ihrem Wandel in den Büchern IV bis VI sind vermutlich später (um 329 v. Chr.) entstanden.
Inhalt: Der Mensch ist für Aristoteles von Natur aus ein politisches Lebewesen. In seiner politischen Gemeinschaft teilt der Mensch mit seinen Mitbürgern ein Verständnis für die Tugenden, durch deren Vollzug sein Leben glückt. Dazu zählen zentrale Tugenden wie Gerechtigkeit und Tapferkeit, Besonnenheit und die verbindende Freundschaft. Der Bürger des Aristoteles ist der politisch Mitbestimmende, der »am Richten und Regieren Anteil hat«. Politik besteht im Miteinander-Reden und Miteinander-Handeln. Deshalb ist es auch politisch bedeutsam, dass der Mensch von seinem Wesen her ein sprachbegabtes Sinnenwesen (zoon logon echon) ist.
Aristoteles unterscheidet sechs Verfassungsformen, drei seiner Ansicht nach gute (Königsherrschaft, Aristokratie, Politie) sowie drei entartete (Tyrannis, Oligarchie, Demokratie). Nicht einheitlich beantwortet Aristoteles jedoch die Frage, welche Verfassung die beste sei. Dahinter verbirgt sich keine philosophische Unentschlossenheit: Es gilt vielmehr bei der Frage nach der besten Verfassung jeweils die verschiedenen Umstände der historisch-politischen Konstellation zu berücksichtigen.
Wirkung: Nach ihrer Wiederentdeckung im 13. Jahrhundert wurde die Politik des Aristoteles zur maßgeblichen Schrift der politischen Wissenschaft für die kommenden Jahrhunderte. Dazu trug bei, dass Aristoteles im Mittelalter als »Meister derer, die wissen« (R Dante Alighieri) galt. R Thomas von Aquin und Dante bauten ihre theologisch-politischen Vorstellungen ebenso auf Aristoteles auf, wie der Padovaner Philosoph und Mediziner Marsilius (1275–1342/43) seine säkulare Lehre von der Überordnung der weltlichen über die geistliche Gewalt. Wer, wie der englische Philosoph Thomas R Hobbes, eine eigenständige Wissenschaft von der Politik entwerfen wollte, kam nicht umhin, Aristoteles mit großem rhetorischem Aufwand zu umgehen. Im 19. Jahrhundert versuchte Georg Wilhelm Friedrich R Hegel in den Grundlinien der Philosophie des Rechts (1832) Aristoteles’ Philosophie der Sittlichkeit in die Moderne zu übertragen, und Karl R Marx knüpfte an die Kritik der Ökonomie an, die der griechische Philosoph geübt hatte. Im 20. Jahrhundert wirkte das Werk auf den Kommunitarismus, den modernitätskritischen Entwurf von Alasdair MacIntyre (*1929) ebenso wie auf den sozialdemokratischen von Martha C. Nussbaum (*1947). D. L.

Kurzbeschreibung

»Dass also der Staat von Natur ist und ursprünglicher als der Einzelne, ist klar. [...] Alle Menschen haben von Natur den Drang zu einer solchen Gemeinschaft, und wer sie als erster aufgebaut hat, ist ein Schöpfer größter Güter.« Aristoteles

Der Mensch ist von Natur ein ›politisches Wesen‹, so Aristoteles' Erkenntnis am Anfang seiner ›Politik‹.
Mit klarem Blick für die wirksamen politischen Kräfte, die wiederkehrenden Konstellationen und Tendenzen, schöpfend aus der reichen Erfahrung der Griechen, untersucht Aristoteles hier die Grundformen politischer Gemeinschaft: die Monarchie, die Aristokratie, die Demokratie.

Er analysiert ihre Stärken und Schwächen, ihre Chancen, sich zu entwickeln und zu erhalten, sowie ihre Tendenz, abzuleiten in die Diktatur, die Herrschaft einer Interessengruppe oder in Anarchie.
Zahlreiche historische Beispiele belegen und illustrieren den Gedankengang.

Über den Autor

Aristoteles wurde 384 v. Chr. in Stageira/Makedonien als Sohn eines Arztes geboren und ging mit 18 Jahren nach Athen. Dort war er zwei Jahrzehnte lang Mitglied der Akademie Platons, zunächst als Schüler, später als Lehrer. 343 v. Chr. wurde er zum Erzieher Alexanders des Großen berufen. Er starb 322 V. Chr. in Chalkis auf Euböa. Die aristotelische Ethik war für die Philosophie der Antike und seit dem Mittelalter auch für die Philosophie der katholischen Glaubenslehre von größter Bedeutung.
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