Das Philosophieren über Politik ist, wie so vieles, eine Erfindung der alten Griechen. Neben Platons Werken "Staat" und "Gesetze" gehört Aristoteles' "Politik" zu den Hauptwerken der antiken Philosophie. Während Platon nach der idealen Staatsform suchte, ging der Praktiker Aristoteles eher empirisch vor und prüfte die damals bestehenden Verfassungen auf ihre Brauchbarkeit. Seine Hauptthese lautet: Der Mensch ist von Natur aus ein politisches Wesen (zoon politikon), das sich mit anderen zu einer Staatsgemeinschaft zusammenschließt. Doch welche von den existierenden Staatsverfassungen ist die beste? Aristoteles formuliert Grundfragen, die es zu beantworten gilt, um die Gesetze des Staates festzuschreiben. Im Blick hat er dabei immer die Mitte der Staatsgemeinschaft, das (männliche) Bürgertum, an dem sich die Verfassung ausrichten soll. Frauen und Sklaven zählen für ihn nicht. Aristoteles' Überlegungen haben auch eine ethische Dimension: Ziel des Staates ist es, den Bürgern ein gutes und gerechtes Leben zu ermöglichen. Also ist eine Verfassung dann gut und richtig, wenn sie dem Allgemeinwohl dient. Der Philosoph plädiert daher für die "Politie", eine Art Volksherrschaft, in der die Vernünftigen und Besonnenen das Sagen haben.