Ariane Manske hat eine hervorragende Studie über die US-amerikanische P.C.-Diskussion vorgelegt, die mit Jürgen Links Normalismus-Konzept auf hohem Niveau argumentiert und gleichzeitig gut verständlich und flüssig zu lesen ist. Dies ist nicht das soundsovielte Buch, das über "Meinungspolizei" und "Tugendterror" greint, sondern eine abgewogene Einordnung des P.C.-Phänomens in die amerikanische Debatte um die Akzeptanz von Minderheiten und die Dominanz europäischer Kultur(werte) in den US-Universitäten. Besonders interessant ist das 7. Kapitel der Studie, das die paranoide Auffassung von P.C. als eine Instanz der 'Zensur' und 'Sprechverbote' als Chimäre entlarvt. Vielmehr kann Manske überzeugend (und bestens belegt) zeigen, dass P.C. im allgemein verwendeten Sinne ein vor allem konservatives Konstrukt ist, um jegliche Förderung von Sprachsensibilität und die Öffnung des Mainstream für Marginalisierte abzulehnen. Lesen lohnt!