Polina ist seltsam und eigentlich auf den ersten Blick auch nicht besonders nett. Aber darin stehen ihr die Zwillinge ja in nichts nach. Das Buch beginnt damit, wie die beiden nachts Polinas Vorgängerin auflauern, die sich verspätet hat, und sie schier zu Tode erschrecken. Die ganze Szene wird urkomisch geschildert, aber mit dem Au-pair-Mädchen möchte man nicht tauschen, und man darf gespannt sein, wer denn nun die Nachfolge antritt.
Dass Polina ein Geheimnis hat, verrät zwar schon der Titel, aber dann stellt sich heraus, dass es sich eigentlich bei der ganzen Polina um ein großes Rätsel handelt. Sie bringt den ohnehin etwas konfusen Haushalt völlig durcheinander mit ihren sonderbaren Einfällen und Reaktionen und reagiert auf die ersten Versuche der Zwillinge, sie wegzuekeln, indem sie diesen selbst Streiche spielt. Es kommt zu einer Art Waffenstillstand und dann doch zu einem seltsamen Band der Sympathie.
Das Buch ist spritzig und originell geschrieben. Aus Eriks Perspektive erzählt, kann es sowohl Jungen als auch Mädchen begeistern, und die Geschichte kommt so verrückt - aber dennoch ausreichend glaubwürdig - und spannend daher, dass sogar Lesemuffel Spaß daran haben und das Buch bis zum Ende durchschmökern. Witzige Zeichnungen illustrieren die Texte.
"Polinas Geheimnis" eignet sich für Kinder etwa ab der dritten Klasse und bietet vor allem packende und lustige Unterhaltung, doch auch Probleme wie Mobbing durch ältere Mitschüler werden behutsam aufgegriffen. Großartige Lektüre!