Kurzfristig hatte ich mir überlegt, für einen Urlaub auf den Seychellen eine einfacher, nicht zu teure Unterwasserkamera zu kaufen. Nur für Bilder beim Schnorcheln hatte ich die Kamera anschaffen wollen.
Bisher hatten wir die Einmalfotoskameras von Kodak mitgenommen, und waren immer froh, wenn überhaupt ein Bild glückte, was man ja erst nach der Entwicklung zuhause erfuhr. So dachte ich mir, bei einer digitalen Kamera merkt man es schneller und kann kann es nochmals versuchen. Da die von mir favorisierte Kamera nicht mehr zu haben war, wählte ich auf gut Glück diese.
Glück war das nicht unbedingt. Wie bereits beschrieben, frisst die Kamera Batterien. Pro Tauchgang von einer Stunde waren 2 AAA Batterien so verbraucht, dass man sie beim nächsten Mal nicht mehr nutzen konnte.
Die aufladbaren Accus vom Discounter zeigten nicht ganz voll an, wenn man sie in die Kamera legte, und waren daher nicht zu nutzen.
Beigefügt ist eine so kurze Beschreibung, dass man mit dieser alleine die Kamera nicht bedienen kann. Man muss das Benutzerhandbuch runterladen. Dies ist auf einer beigefügten DVD. Man braucht also in seinem Computer ein DVD -Laufwerk.
Das Display ist, wie schon beschrieben, unter Wasser nicht mehr zu sehen. Man fotografiert wirklich blind drauf los.
Was aber noch schlimmer ist, ist, dass bei Einstellung Landschaftsaufnahme - und die sollte man unter Wasser einstellen - immer automatisch der Blitz zugeschaltet ist, den man erst einmal ausschalten muss, da sonst die Bilder nichts wurden. Außerdem verbaucht die Kamera mit Blitz noch mehr Batteriekraft, was dazu führt, dass sie sich schnell nach dem Einschalten wieder ausstellt. So sind leider die Fotos von einer Wasserschildkröte und den einzig gesehenen Rochen nichts geworden, was uns sehr sehr ärgerte.
Stellte man Nahaufnahme ein, ist er Blitz automatisch aus, die Bilder werden aber unscharf.
Bilder, die ich im Wasser stehend außerhalb des Wasser gemacht habe, wurden brauchbar. Auch Fotos an Land - aber dafür habe ich eine digitale Spiegelreflexkamera und nutze diese nicht.
Eine Speicherkarte hatten wir gekauft. Da ich in englischen Foren von der Schwierigkeit gelesen hatte, die Kamera direkt an den PC anzuschließen und Bilder zu übertragen, habe ich eine Adapterkarte (hatten wir vom Handy) mitgenommen, mit der die Karte dann problemlos ausgelesen werden konnte mit Hilfe eines Kartenlesegerätes. Ein Problem ist aber, diese Minikarte überhaupt aus der Kamera zu bekommen - das ist nichts für dicke Hände. Auch das Reinschieben ist ein echter Fummelkram.
Die Bilder sind sehr verpixelt. Große Abzüge kann man da nicht machen.
Schlecht finde ich auch, dass kein Halteband mitgeliefert wird. Das braucht man aber, damit man beim Schwimmen die Kamera nicht verliert. Zum Glück fanden wir in unserem Haushalt etwas Geeignetes, so dass wir die Kamera um den Hals hängen konnten.
Je länger man sich mit all diesen Misslichkeiten beschäftigt, um so mehr findet man tatsächlich einen Weg, doch noch Fotos unter Wasser zu machen. Stellt sich die Kamera nach einem Teil des Tauchganges aus, weil die Batteriekraft abnimmt, stellt man sie schnell wieder an, drückt dreimal auf den Blitzknopf, damit der Blitz ausgeht, und schießt dann los.... bis sich die Kamera wieder ausstellt....
In unserem Reisebericht findet man Beispiele, dass dann tatsächlich noch was Brauchbares dabei herauskommt:
[...]
Wenn man die Fotos nachbearbeitet, kommen sogar noch ganz anständige Bilder dabei heraus.
Alles in allem ist die Kamera enttäuschend, aber doch noch besser als eine Einmalkamera. Der Preis ist extrem niedrig, so dass man sich eigentlich nicht wundern darf, dass die Qualität dann auch zu wünschen über lässt. Erinnerungen lassen sich letztendlich noch mit dieser Kamera machen - wie man bei den Fotos aus unserem Reisebericht sehen kann. Wenn man also wie wir auf die Schnelle etwas Preiswertes sucht, keine zu hohen Erwartungen hat, sich mit Bildbearbeitung auskennt, kann man auch diese Kamera kaufen.....