Nachdem mich der sportliche Ehrgeiz mal wieder gepackt hat und ich inzwischen ein Smartphone (Samsung Galaxy S) mein Eigen nenne, suchte ich dafür noch eine Möglichkeit, dieses als "Trainingscomputer" einzusetzen.
Viele (kompatible) Produkte gibt es in diesem Bereich leider nicht, neben dem Polar-Gurt fand ich noch einen Gurt von Zephyr, der jedoch überall über 100€ gekostet hat, wo ich ihn fand. Und da ich bisher mit meinem Fahrradcomputer inkl. Pulsmesser von Polar gute Erfahrungen gemacht hab, entschied ich mich für den Kauf und möchte zur Beurteilung für andere meine ersten Erfahrungen hier mitteilen.
Dabei möchte ich folgende Punkte ansprechen, die für mich für die "Benotung" relevant waren:
- Komfort
- Bedienung
- Zusammenspiel mit Smartphone
- Unternehmenspolitik (fand kein besseres Wort)
Die "Wertigkeit" bzw. Verarbeitung möchte ich nicht in die Wertung einfließen lassen, dazu habe ich den Gurt zu kurz. Mein alter Polar-Gurt war jedoch sehr gut verarbeitet, ich denke hier ist es nicht anders.
Komfort:
Der Pulsgurt setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einmal dem "festen" Teil mit den Kontakten, an den an einer Seite direkt eine Schlaufe anschließt zum Verschließen. Zum anderen der dehnbare Teil, der größenverstellbar ist. Insgesamt lässt sich der Gurt damit auf eine Länge von (im ungedehnten Zustand) zwischen 67 und 90 Zentimeter einstellen. Ich selber habe einen Unterbrustumfang von irgendwo zwischen 95 und 100cm und muss den Gurt nicht ganz auf die größte Länge einstellen, damit er mit etwas Dehnung fest sitzt, aber nicht einschnürt.
Der Tragekomfort insgesamt ist für mich sehr gut, ich habe testweise mal über Nacht meinen Puls aufgezeichnet und den Gurt dabei nicht als störend empfunden (gut, habe die meiste Zeit geschlafen, aber ich konnte damit gut einschlafen).
In diesem Bereich also 5 Sterne
Bedienung:
Das Anlegen des Gurtes ist kinderleicht, ich schaffe es zur Not auch mit einer Hand. Einfach nur den Verschlußhaken in die Schlaufe stecken, fertig. Der eigentliche Pulsmesser wird mit zwei Druckknöpfen angeklickt und sendet soweit ich weiß auch nur dann Daten. Zum Batterie-Sparen also immer abmachen wenn er nicht gebraucht wird.
Wer mag, kann auch auf ein weißes Etikett am Verschluss seinen Namen schreiben...
Viel mehr lässt sich zur Bedienung auch nicht sagen :-)
Daher: 5 Sterne
Zusammenspiel mit dem Smartphone:
Der wichtigste Punkt bei der ganzen Bewertung, ich setze für die Bewertung ein Android Smartphone voraus. Grundsätzlich läuft die Kopplung immer nach dem Schema: Bluetooth beim Phone anschalten, Gurt anlegen, beim ersten Gebrauch über die Systemeinstellungen in den Bluetooth-Einstellungen mit dem Gurt koppeln (Code 0000), entsprechende App beim Phone starten und meist erkennt die App den Gurt automatisch (getestet mit CardioTrainer, Endomondo, run.GPS).
Sofern die Kontakte beim Gurt gut feucht sind (beim Sport durchs Schwitzen ja dann automatisch ;-) und der Sender nicht zu weit vom Phone weg ist (wenn man das Phone am Körper trägt oder beim Fahrrad am Lenker dürfte das kein Problem sein) funktionierte die Übertragung bei mir bisher zuverlässig.
Problematisch kann es werden, wenn die Kontakte nicht feucht genug sind oder (anderen Foren entnommen) die Batterie zu leer ist. Ein Test mit trockenen Kontakten ergab, dass (in dem Fall beim CardioTrainer) teilweise über mehrere Minuten der gleiche Puls drin stand.
Wichtig: Nur Apps, die die API von Polar lizensiert haben, funktionieren mit dem Gurt! (zum Beispiel Oruxmaps nicht)
Wenn hier Probleme beim Zusammenspiel auftreten liegt das meiner Meinung nach meist am Anwender und nicht am Gurt ;-)
Daher auch hier volle 5 Sterne
Zum Thema Unternehmenspolitik:
Wie auch bei anderen Reviews fließt hier der Preis mit ein. Grundsätzlich frage ich mich hier: Wieso ist der Gurt doppelt so teuer wie ein Nicht-Bluetooth-Gurt?
Mögliche Erklärungen:
- bei "normalen" Gurten ist meist ein Tacho/Pulsuhr mit dabei, die den Hauptteil des Preises ausmacht, daher der Gurt billiger
- Der Wearlink+ ist noch "relativ" neu, eventuell fließen die Entwicklungskosten noch mit ein und er wird noch billiger. Allerdings frage ich mich: Was muss man da noch entwickeln im Vergleich zu herkömmlichen Gurten...
- es gibt nur ein Konkurrenzprodukt
Alles in allem halte auch ich den Gurt für zu teuer, ist aber immer noch die billigste Variante (da es ja nur ein Konkurrenzprodukt gibt).
Was hier aber auch mit reinspielt: Wer eine App herausbringen will, die den Gurt unterstützt, muss die API von Polar lizensieren, somit verdient Polar auch da dran nochmal etwas und die Kosten landen am Ende beim Nutzer, der für einige der Apps dann auch noch Geld zahlen muss. Eine offene API würde einiges beim hohen Preis wieder gutmachen in der Nutzer-Meinung denke ich.
Aus diesem Grund gebe ich in der Kategorie nur 4 Sterne.
Fazit:
Ingesamt ein sehr gutes Produkt, wer einen vernünftigen Pulsgurt braucht und sein Smartphone dazu nutzen möchte, seine Trainings aufzuzeichnen, der tut hier einen guten Kauf. Am Ende ist die Kombination von Brustgurt und evtl. App-Kosten doch günstiger als der Preis für eine Pulsuhr mit der gleichen Funktionsvielfalt (und bitte jetzt nicht sagen: aber die Phone-Kosten... Wer ein Smartphone kauft, der tut das hoffentlich nicht, um es nur für sowas zu nutzen...)
Daher vergebe ich insgesamt 5 Sterne, weil die kleineren Kritikpunkte für mich wenig am "Wert" des Produkts an sich ändern.