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Pola X [VHS] [Director's Cut]
 
 

Pola X [VHS] [Director's Cut]

Guillaume Depardieu , Yekaterina Golubewa , Leos Carax    Freigegeben ab 18 Jahren   Videokassette
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Darsteller: Guillaume Depardieu, Yekaterina Golubewa, Catherine Deneuve
  • Regisseur(e): Leos Carax
  • Format: Dolby, Director's Cut, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: STUDIOCANAL
  • Erscheinungstermin: 13. Juni 2000
  • Spieldauer: 129 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B00004TVW6
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.473 in VHS (Siehe Top 100 in VHS)

Produktbeschreibungen

VideoMarkt

Eigentlich könnte Pierre in seiner Heimat, der Normandie, das schönste Leben führen. Er hat Erfolg, genügend Geld, eine liebende Mutter und eine süße Braut. Doch das alles stößt er eines Tages plötzlich und ohne Vorwarnung von sich, als er der geheimnisvollen Unbekannten und völlig verwahrlosten Streunerin Isabelle begegnet. Die radikale Liebe der beiden verwirrten Seelen, die laut Isabelle Halbgeschwister sein sollen, produziert extreme Intimität, aber auch große Verzweiflung. In einer Künstlerkolonie findet das Paar schließlich seine Erfüllung.

Video.de

Sieben Jahre nach seinem Meisterwerk "Die Liebenden von Pont-Neuf" lässt Leos Carax nun eine sehr freie Adaption von "Pierre or the Ambiguities" des "Moby Dick"-Autoren Herman Melville folgen. Das hinsichtlich Plot und Glaubwürdigkeit der Handelnden höchst komplizierte und widersprüchliche Drama zeichnet sich durch seine visuelle Kraft, den radikalen Inszenierungsstil und den bemerkenswerten darstellerischen Leistungen der Franko-Stars Catherine Deneuve und Guillaume Depardieu aus. Anhänger des intellektuellen französischen Films werden bei Ausnahme-Regisseur Carax sicherlich ihre Erfüllung finden.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sperrig, aber faszinierend 24. November 2011
Von Berlinoise TOP 500 REZENSENT
Format:Videokassette
"Meine Helden stemmen sich gegen die Welt - und scheitern."
So hat sich Regisseur Leos Carax einmal geäußert.
"Pola X" stellt da keine Ausnahme dar, sondern vereint sogar auf verschiedenen Ebenen gleich mehrere Gescheiterte, denn ebenso wie den Hauptprotagonisten Pierre könnte man auch Herman Melville, Autor der desaströs erfolglosen Romanvorlage, den viel zu jung verstorbenen Hauptdarsteller Guillaume Depardieu, den Film selber und seinen zumindest mit ihm gescheiterten Regisseur Carax, der sich selbst als "Bruder im Geiste" und Seelenverwandten Melvilles bezeichnet, als an der Welt gescheiterte rebellierende Helden sehen.

Von eher sperrigen Filmen, die ziemlich schwere Kost und daher nicht jedermanns Sache sind, sagt man oft, daß sie polarisieren.
Von "Pola X" kann man dies nicht unbedingt sagen, da der Film bei seinem Erscheinen 1999 sowohl von den Kritikern als auch vom Publikum größtenteils verhalten aufgenommen wurde und sogar im doch recht kunstkinobeflissenen Frankreich eher sang- und klanglos untergegangen ist - was bei Namen wie Leos Carax, Guillaume Depardieu und Catherine Deneuve, einer Romanvorlage von Herman Melville (die ich nicht kenne, Vergleiche hierzu können von mir also nicht gezogen werden) sowie bei Schauwerten wie der mit damals 56 Jahren immer noch schönen Catherine Deneuve in der Badewanne und einer bestätigt unsimulierten Sexszene schon erstaunlich ist.
Muss es sich darum um einen schlechten Film handeln?
Ich meine nein - im Gegenteil.
Im übrigen weiß man bei Carax ja eigentlich auch von vornherein, daß Massenkompatibilität nie sein primäres Ziel war und im direkten Vergleich finde ich "Pola X" nicht unbedingt sperriger als Carax' deutlich erfolgreicheren "Die Liebenden vom Pont Neuf".
Dennoch sollte man schon ein gewisses Faible für ungewöhnliche Filme fernab vom üblichen Hollywood-Mainstream haben, um sich an "Pola X" heranzuwagen.

Ungewöhnlich bereits der Titel "Pola X", wobei "Pola" ein Akronym für die adaptierte Romanvorlage "Pierre ou Les ambiguités" ist und das X für "aus-x-en" steht, also einen Text so ausstreichen, daß er darunter noch erkennbar bleibt, was sich auf die Verlegung der Vorlage von 1852 in die Gegenwart beziehen dürfte - wobei sich der Film, obwohl vom Setting und Requisiten wie modernen Motorrädern, Mobiltelefonen und Computern eindeutig in der Gegenwart spielend, einer inhaltlichen Zuordnung in eine bestimmte Zeit auf eigenartige Weise entzieht.
Aber dazu später.

Der Diplomatensohn Pierre (Guillaume Depardieu) lebt mit seiner verwitweten Mutter Marie (Catherine Deneuve) in einem schlossartigen Anwesen in der Normandie, nicht weit von Paris.
Die beiden haben eigentlich allen Grund, glücklich und zufrieden zu sein, sind sie doch ebenso schön wie reich und sorglos.
Motorradfahren, Reiten und Golfspielen gehören ebenso zu ihrem Alltag wie die täglichen Besuche Pierres, der gerade seinen ersten Roman überaus erfolgreich veröffentlicht hat, bei seiner hübschen Cousine Lucie, die er bald zu heiraten gedenkt.
Die Beziehungen zwischen Pierre, Marie, Lucie und ihrem Bruder Thibault scheinen jedoch von diffusen Eifersüchten und Besitzansprüchen der drei Letztgenannten auf Pierre überschattet zu sein, wobei die extrem enge Beziehung zwischen Pierre und Marie, die sich gegenseitig mit "Bruder" und "Schwester" anreden, nahezu inzestuöse Züge zu tragen scheint, und auch von außen scheint etwas auf diese verschworene und gefährlich enge Familiengemeinschaft zuzukommen:
Als Pierre und Marie eines Tages spät nach Hause kommen, treffen sie eine ihnen unbekannte, verwahrloste junge Frau dabei an, ihren Müll zu durchwühlen.
Dieselbe junge Frau beginnt daraufhin, Pierre sowohl in seinen Träumen als auch in der Realität zu verfolgen.
Als er sie eines Tages "stellt" und auf einer Erklärung beharrt, erzählt sie ihm eine verworrene Geschichte:
Seine ältere Halbschwester Isabelle sei sie, das Ergebnis einer Liaison seiner Mutter mit einem Russen.
Sie wolle nichts von ihm und seiner Familie und habe ihn lediglich sehen wollen, so beteuert sie.
Pierre ist verwirrt, weiß auch nicht, ob er der seltsamen Fremden Glauben schenken soll, aber eines spürt er instinktiv, nämlich, daß er sein Leben lang auf irgendetwas gewartet hat, was ihn sein privilegiertes Leben hinterfragen und zu neuen Ufern aufbrechen ließe.
Und so beschließt er spontan, sich fortan um Isabelle zu kümmern, bricht alle Brücken hinter sich ab und zieht mit ihr nach Paris.
Ein unaufhaltsamer Abstieg beginnt, ein düsterer Selbstfindungs- oder vielmehr -zerstörungstrip, der letztlich nur in einer Katastrophe enden kann...

Subtilität war nie Carax' hervorstechendstes Stilmittel, und so präsentiert er uns auch hier die ganz große Oper.
Ob er Umberto Ecos Abhandlung über "Casablanca" kannte, in der dieser feststellte, dieser Film sei gerade deshalb DER Inbegriff von Kino, weil er so hemmungslos in die vollen greife in dem Bewusstsein "Zwei Klischees sind lächerlich, hundert Klischees sind ergreifend und erreichen zusammen geradezu homerisches Format"?
Genau nach diesem Prinzip funktioniert jedenfalls auch "Pola X", und so sehen wir in den Anfangsszenen, in denen Pierre, Marie und Lucie sowie ihr sorgloses Luxusleben vorgestellt werden, eine schöne heile Welt, wie sie schöner und heiler nicht sein könnte:
Ein traumhaftes Schloss in der Normandie, saftig grüne Wiesen, romantische Brücken über idyllische Bäche, leuchtend weiße Schwäne, edle Rösser - und mitten darin schöne, erfolgreiche und -vermeintlich- glückliche Menschen, die sich bevorzugt weiß kleiden.
Einmal wird Lucie vor dem Spiegel einen hellsandfarbenen Pulli an- und sogleich wieder ausziehen mit der Feststellung, diese dunkle(!) Farbe sei so deprimierend.
Passenderweise heißt auch Pierres gerade veröffentlichter Bestseller "A la lumière" - "Im Licht".
Beginnend mit Pierres erster Begegnung mit Isabelle ist es dann vorbei mit der schneeweißen heilen Welt im Licht.
Fast wie eine Geistererscheinung mutet diese seltsame bleiche, natürlich dunkel gekleidete Gestalt mit wirrem Haar, schweren Akzent und ihrer tranceartigen Stimme an.
Obwohl Pierre sich zunächst nicht sicher ist, ob er der Unbekannten und ihrer Geschichte Glauben schenken soll, beginnt er, im Haus nach eventuellen Spuren der Vergangenheit zu suchen und schlägt dabei wie ein Wilder eine zugemauerte Tür ein - um festzustellen, daß sich dahinter nichts weiter als ein baufälliger leerer Raum befindet.
Die Antwort auf Maries Frage, was er denn erwartet habe, wird er ihr schuldig bleiben, aber uns Zuschauern bietet sich jetzt zum ersten Mal ein weniger schöner Blick auf das Anwesen und wir sehen baufällige Flure, Treppenhäuser und die ruinenartige Rückseite des Schlosses, von dem uns Carax zuvor nur die blendend schöne Vorderfassade gezeigt hatte.
Die schöne heile Welt - nichts als Fassade, ein potemkinsches Dorf?
Von dem Moment an, in dem Pierre sich entschließt, alle Brücken hinter sich abzubrechen und mit Isabelle nach Paris zu gehen, macht der Film es einem als Zuschauer zunehmend schwerer, ihn zu mögen, denn je mehr Pierres unaufhaltsamer Abstieg voranschreitet, desto mehr schwelgt Carax in dessen extremer Überzeichnung:
Bereits aus einem Taxi wird die ungepflegte Gesellschaft (Isabelle hat noch ein Kind und eine Frau im Schlepptau) hinauskomplimentiert, ein Mittelklassehotel verweigert ihre Aufnahme und so landen sie zunächst in einer schmuddeligen Absteige und später in einer heruntergekommenen Fabrikhalle.
Pierres weniges mitgenommenes Geld neigt sich dem Ende, seine Verlegerin verweigert ihm einen Vorschuss auf sein neues Buch, in dem er über die "Wahrheit" schreiben will und die literarische Welt, die nach seinem erfolgreichen Erstling ein weiteres Meisterwerk erwartet, ist fassungslos ob des wirren Geschreibsels, welches Pierre, inzwischen offenbar krank und mit zunehmend verwirrtem Blick frierend zu Papier bringt.
Auch in puncto Schauspielerführung und -ausstattung illustriert Carax sein Bild eines selbstzerstörerischen Niederganges so plakativ, daß es manchmal schon nerven kann:
Zunehmend dunkle Kleidung, rudernde Arme und Wahnsinn im Blick bei Pierre, statt der unauffälligen Brille auf einmal ein grauenvolles Kassengestell, bei Marie über fast die ganzen Wangen verschmiertes Make-Up, Lucie trägt auf einmal eine braune Wollstola (wo kommt die her, so ein Teil hätte man in ihrem Besitz nie erwartet?) - nein, "weniger ist mehr" ist eindeutig nicht Carax' Motto...
Schwere Kost also, die zumindest mich vordergründig teilweise zum Kopfschütteln gebracht hat, das gebe ich zu.
Formal ist der Film jedoch perfekt durchkomponiert und entwickelt schnell eine sogartige Faszination, die noch dadurch verstärkt wird, daß er sich Zeit nimmt und dadurch auch dem Zuschauer Zeit lässt, das Geschehen bereits während des Sehens zu verarbeiten und sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen. Lesen Sie weiter... ›
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Videokassette
Es ist ja nicht mein erstes französisches Drama und ich mag die meisten von ihnen. Je mehr ich aber von ihnen sehe, desto mehr werde ich das Gefühl nicht los, dass sich die Franzosen ihr (Liebes-)Leben gern selbst (unnötig) schwer machen. Sprich: Da werden Konflikte und Drama heraufbeschworen, wo man auch einfach glücklich sein und das Leben genießen könnte.

"Pola X" ist vielleicht das Paradebeispiel dafür. Da hätten wir einen jungen, erfolgreichen Buchautoren (Guillaume Depardieu), der im Luxus lebt, eine glückliche Beziehung mit einem süßen Mädchen führt und eigentlich glücklich sein müsste. Zugegeben, er leidet unter seiner dominanten Mutter und ihrer seltsamen Beziehung (man weiß nicht: sind sie einfach nur Mutter und Sohn? oder vielleicht sogar Geliebte? Im Film wird da alles mögliche angedeutet). Eines Nachts jedoch begegnet er im Wald einer jungen, mysteriösen Frau (Katarina Golubeva), die ihm in schwerem russischen Akzent und einer seltsamen, wie nicht von dieser Welt kommenden Stimme mitteilt, sie sei seine lang verschollene Schwester (und das Produkt einer Affäre seiner Mutter mit einem Russen, daher der Akzent). Ab da geht es eigentlich abwärts.

Gut, ich sehe ja ein, dass der Film auf einer Buchvorlage basiert und da einem nicht so viele Möglichkeiten offengelassen werden zum Variieren. Ich verstehe auch, dass man sich dem seltsamen Charme der geheimnisvollen Russin nur schwer entziehen kann.

Aber muss das denn sein? Der Rest des Films ist ein einziges, großes, schreiendes Klischee eines Poeten, der sich nicht nur auf einem Selbstfindungs- sondern auch Selbstzerstörungstrip befindet. Ja, er hat Sex mit seiner Schwester (wobei ja noch geklärt sein müsste, ob sie denn tatsächlich seine Schwester ist, das wird, wie so vieles in diesem Film, gern im Dunkeln gelassen). Er wird natürlich zum Penner, zieht natürlich in eine zwielichtige Künstlerkommunne, lebt natürlich unter unmenschlichen Bedingungen (kahle Räume, die nur durch dünne Stahltüren getrennt sind und im Winter nicht beheizt sind) und wird natürlich wahnsinng. Gähn oder würg, je nachdem. Ich hatte das Bedürfnis zu beidem. Das kann alles vielleicht Menschen überraschen, die noch nie einen Independent- bzw. Kunstfilm gesehen und noch nie klassische Literatur gelesen haben.

Ich meine, hätte es nicht gereicht, sich einfach eine Wohnung außerhalb des Umfeldes seiner Mutter zu suchen und einfach mal neue Leute kennenzulernen? Nein, hätte es nicht. Wir müssen uns das Leben (unnötig) schwer machen.

Fazit: Das Einzige, was man an diesem Film genießen kann, sind Guillaume Depardieu und die Frau, die seine Schwester spielt. Und ich muss zugeben, die Sexszene war eine der sinnlichsten und natürlichsten, die ich je gesehen habe. Aber der Rest des Films ist nur sehr schwer zu verdauen und, wie gesagt, wird wohl nur den Leuten gefallen, die auf solche Klischees und unnötige Dramen stehen. Drei Sterne.

PS: Ich sehe gerade, hier wird der Director's Cut angeboten. Fast wollte ich davon abraten, aber ich habe gehört, Guillaume Depardieu hat darin eine Gesangsszene. Wäre vielleicht der einzige Grund, diese Fassung zu sehen.
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