Schön zu lesen, was Frank Goosen da mit "Pokorny lacht" abliefert. Die Geschichte einer Männerfreundschaft ist spannend, gut erzählt, meist glaubwürdig. Lesen wir hier über wahre Freundschaft, oder sind Friedrich und Zacher nur Freunde, weil sonst niemand da ist? Vor allem ist das Buch aber für mich die Geschichte der Erwachsenwerdung des Komikers Pokorny, der mit seinem Leben steckenbleibt: In seiner ziemlich infantilen Komik, mit der er sich gegen die Welt und die Trauer schützt; interessanterweise nehmen diese Trauer andere Figuren im Roman durchaus wahr (für mich einer der stärksten Momente im Buch). Dieser Teil der Geschichte gefällt mir richtig gut, ist glaubwürdig und ein Thema, das wichtig ist - es gibt viele Menschen, die sich wie Pokorny mit Humor abschotten.
Was ich mir gewünscht hätte: Noch mehr zur Freundschaft der beiden Männer, noch mehr über das Innenleben von Friedrich. Ähnlich wie in "Liegen lernen" gibt es außerdem ein Ende, das mir fast schon ein bisschen metaphysisch vorkommt - irgendwie drückt sich der Autor da vor einer echten Antwort, dem wirklich mutigen Schritt im Leben seiner Figuren. So gut wie das erstklassige "Liegen lernen" kommt mir dieses aktuelle Buch nicht vor, dazu fehlt mir vor allem die Materialfülle, die Masse an beobachteten Eindrücken. Aber ein sehr empfehlenswertes Werk ist das hier trotzdem.