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Noch in der Schule entdeckt Pokorny, wie er sich selber helfen kann: als Sprücheklopfer. Mit Maulheldentum begräbt Pokorny junior sein Schicksal als ewig Unterlegener im Wettkampf mit Zacher und dem Rest der Welt. An der Uni, wo ihn nur die Frauen interessieren, legt er den Grundstein für eine Entertainer-Karriere. Zu Eitelkeit und Geld kommt schließlich auch eine spleenige Affäre mit Ellen, der Freundin Zachers. Bingo! Einmal ist er besser als dieser, einmal sticht er ihn aus und lässt es schließlich auch so aussehen, als sei Ellen von ihm, nicht von Zacher schwanger. Die Wahrheit nimmt sie bei einem Verkehrsunfall mit in den Tod.
Das liegt lange zurück. In seinem zweiten Roman nach Liegen lernen erzählt Frank Goosen über weite Strecken in der Rückschau vom Aufbau dieser brüchigen Männerfreundschaft. Von einem Komiker, der auf der Bühne vor allem wegen seiner Ernsthaftigkeit auffällt, und der jetzt, trotz Putzfrau und Fernsehauftritten, ein "frustrierter Enddreißiger" ist und sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert sieht. Denn Zacher meldet sich nach Jahren wieder und fordert Pokorny zu einer Aussprache über die Sache mit Ellen auf.
Goosen, selbst jahrelang als Kabarettist durch die Lande getingelt, erzählt straight, dialogsicher und kennt sich mit wirksamen Pointen aus. Pokorny lacht liest sich nett, tut keinem weh und hinterlässt einen leicht pappigen Nachgeschmack. Das liegt zum einen an der Plakativität, mit der er die heiklen Verhältnisse zwischen seinen Figuren liefert. Zum anderen an der Vielzahl der Nebenschauplätze, die alle symbolische Bedeutung für den Plot haben wollen. Und vielleicht auch einfach noch daran, dass Pokornys Geschichte nicht zum Lachen ist. --Nikolaus Stemmer
Nach seinem Debüterfolg Liegen lernen erzählt Frank Goosen nun zum zweiten Mal vom schwierigen Erwachsenwerden in den 80er-Jahren. Und gewährt einen aufschlussreichen Blick in die Abgründe der ganz normalen Männerseele. Pokorny lacht -- ansonsten geht es aber eher ernst zu in diesem Roman. Und es bleibt die Frage, ob Goosen bei seiner Vergangenheit als Komiker sich in den ernsten Gefilden als Autor wirklich wohl fühlt. Was er aber wirklich kann: seinen eigenen Text wunderbar zu Gehör bringen (was man nicht von vielen Autoren behaupten kann). Da macht sich seine langjährige Erfahrung als Mitglied des Comedy-Duos Tresenlesen bezahlt. Dieser Stimme und ihrem Hang zum Ruhrpotthaft-Schnoddrigen hört man gerne über vier Stunden lang zu. --Christian Stahl
Spieldauer: ca. 256 Minuten, 4 CDs, vom Autor gelesen und gekürzt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .
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Frank Goosen beschreibt in seinem Roman ein selten bearbeitetes Thema: Männerfreundschaft. Allerdings erhält der Leser keinen Blick hinter die Fassade des Komikers - leider bleibt er bei der Beschreibung der Erlebnisse von Pokorny oberflächlich. Der Leser erhält nur einen kleinen Einblick in Verzweiflung und Einsamkeit eines Mannes.
Dennoch sind die Geschichten kurzweilig und unterhaltsam, so daß der Roman eine nette Abendlektüre sein kann. Allerdings sollte Frank Goosen einen Spurwechsel machen, denn Platz für einen dritten Roman der Art ist nicht mehr.
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