Ich besitze nun seit einiger Zeit verschiedene Pokerbücher. Sowohl deutsche Bücher (z.B. Kalhamers) oder englische Bücher (Sklanskys Bücher, Jones, etc). "Pokern für Dummies" war eines meiner ersten Pokerbücher und ein Spontankauf. Meine Bewertung fällt recht hart aus und ist eher für Leute, die größeres Interesse am Pokerspiel haben und sich einige Bücher zulegen wollen.
Positiv
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Verschiedene Pokervarianten werden erläutert. Das ganze ist, wie in der Dummies-Reihe üblich, nicht zum Durchlesen sondern zum Nachschlagen ausgelegt. Heimpartie Regeln. Etikette am Pokertisch. Überdurchschnittlich viele Bluff-Betrachtungen, von denen einige ganz nett sind.
Negativ
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Wer etwas lernen will, liest sich ein Buch durch -- und ist Aufgrund des Nachschlagecharakters sehr bald genervt von den ständigen Wiederholungen zum Teil unsinniger "Tipps".
Der Wissensgehalt dieses Buches ist praktisch nicht vorhanden: Es werden weder mathematische Grundlagen des Pokerspiels erklärt, noch die richtigen Begriffe benutzt (die Übersetzung vom Pokerjargon ist sehr nervig, da man immer den passenden englischen, meiner Meinung nach sinnvollen Begriff finden muß.)
Position (early, middle, late) am Tisch wird vernachlässigt, obwohl sie sehr wichtig ist. Viel wichtiger scheint laut Dummies-Buch beim Pokern das Bluffen zu sein, was es allerdings (laut besseren Büchern und eigener Spielerfahrung) vielleicht beim Profipoker auch ist, jedoch nicht für einen Spieler, der Pokern *lernen* will und nicht "Dummie" bleiben möchte.
Weitere negative Punkte:
Die Pokervarianten werden sehr zäh und nicht gut erläutert. Es kommen zu viele Fragen auf. Die Seiten über Pokersoftware sind Werbung für ein veraltetes Programm. Der Text wechselt ständig von der dritten in die zweite Person und zurück. Kaum sinnvolle Beispiele. Relativ unerläuterte preflop pocket cards Aufstellung.
Im Endeffekt wird man durch dieses Buch an einem Texas Hold'em Tisch wahrscheinlich weiterhin schlecht spielen und gar nicht wissen, warum. Erklärungen finden sich in dem Buch eher selten. Dafür gibt es fast esoterisch wirkende "Pokertipps", auf die jeder Spieler, der die Mechanik eines Pokerspieles kennt, getrost verzichten kann -- was sich errechnen läßt, muß man nicht erfühlen!
Fazit
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Das Buch fängt einfach an und hört, sobald es etwas schwieriger wird, auch sofort wieder auf. Erklärungen und Hintergründe gibt es selten. Ich persönlich lerne so jedenfalls am schlechtesten etwas.
Für eine Partie Onlinepoker um Spielgeld (welches man dann verlieren wird) und eine nette Heimrunde pro Monat ohne Ambitionen und Pokerchips ist dieses Buch in Ordnung. Jedoch ist dann auch ein Onlineartikel (zum Beispiel die Wikipedia-Artikel oder ein Forum) unter Umständen gehaltvoller und günstiger.
Alternativen: Kalhamer's Texas Hold'Em Poker Buch, Winning Low-Limit Hold'em von Lee Jones (Englisch) oder Sklanskys Bücher - auch wenn diese wesentlich schwieriger sind.
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"Pokern für Dummies" ist für Einsteiger bedingt und für Amateurspieler und Semi-Profis nicht zu empfehlen. Es ist kein Buch für eine Pokerbibliothek, fühlt sich aber bestimmt neben wahllosen anderen Saisonhobbybüchern wohl.