Aus der Amazon.de-Redaktion
Dieser Titel ist in englischer Sprache. Wie jeder Leser von
The Mosquito Coast weiß, nehmen Männer, die bei der Verfolgung einer Idee ihre Familien in die entlegensten Winkeln der Erde schleppen, häufig ein böses Ende. Der Leser, der dagegen mit
At Play in the Fields of the Lord oder
Kalimantaan vertraut ist, weiß, dass in dem Moment, da ein Missionar die literarische Bühne betritt, die Hölle los ist. Wenn also Barbara Kingsolver in
The Poisonwood Bible den Missionar Nathan Price zusammen mit seiner Frau und seinen vier Töchtern nach Afrika schickt, können Sie sicher sein, dass sie dort nicht gerade ihr Heil finden werden.
Wir schreiben das Jahr 1959, und der Ort des Geschehens ist Belgisch-Kongo. Nathan, ein Baptistenprediger, ist gekommen, um in einem abgelegenen Dorf, das nur auf dem Luftweg zu erreichen ist, das Wort Gottes zu verkünden. Es wäre geradezu untertrieben, ihn und seine Familie als gänzlich unvorbereitet zu bezeichnen. "Wir kamen aus Bethlehem, Georgia, um Euch Betty-Crocker-Kuchenbackmischungen in den Dschungel zu bringen", sagt Leah, eine von Nathans vier Töchtern. Es dauert natürlich nicht lange, bis sie feststellen, dass die enorme Luftfeuchtigkeit die Backmischungen unbrauchbar gemacht hat, ihre Kleidung völlig ungeeignet ist und sie mitten in politische Unruhen hineingeraten sind, in denen die Kongolesen ihren Wunsch nach Unabhängigkeit von Belgien zum Ausdruck bringen. Zusätzlich zu giftigen Schlangen, gefährlichen Tieren und der feindlichen Einstellung der Dorfbewohner gegenüber Nathans feuriger "Alles-oder-nichts"-Version des Christentums gibt es auch noch Rebellen im Dschungel, und die Gefahr eines Krieges schwebt in der Luft. Kann es überhaupt noch schlimmer werden?
Das kann es, und das tut es auch. Der erste Teil von The Poisonwood Bible handelt von Nathans unnachgiebiger, tyrannischer Persönlichkeit und deren Effekt auf seine Familie und das Dorf, in das sie gekommen sind. Parallel zur Steigerung der politischen Instabilität wächst auch die Feindseligkeit des örtlichen Medizinmannes gegenüber der Familie, und beides scheint etwa in der Mitte des Romans aufeinander zu prallen. Von diesem Moment an wird die Familie in alle Richtungen verstreut, und die Geschichte verfolgt das Schicksal jedes Einzelnen über einen Zeitraum von mehr als dreißig Jahren.
he Poisonwood Bible dürfte Barbara Kingsolvers bisher ehrgeizigstes Werk sein und offenbart sowohl ihre großen Stärken als auch ihre Schwächen. Als Nathan Prices Frau und vier Töchter in abwechselnden Kapiteln ihre Geschichten erzählen, gelingt es Kingsolver meisterhaft, ihre Stimmen zu differenzieren. Manchmal jedoch können sie auch wehtun: Die Neigung der jugendlichen Rachel, preziöse Malapopismen zu benutzen, ist besonders nervend (Studenten üben z.B. ihre französischen "Kongregationen"). Problematischer ist jedoch die Angewohnheit von Kingsolver, ihre politischen Ansichten offen zur Schau zu tragen. Das fällt besonders in der zweiten Hälfte des Buches auf, in der sie ihre Gestalten als Sprachrohr benutzt, um die komplizierte und tragische Geschichte des Belgisch-Kongo zu erläutern.
Trotz dieser Mängel verleihen Kingsolvers realistische, dreidimensionale Charaktere dem Roman The Poisonwood Bible eine bezwingende Qualität, besonders in der ersten Hälfte, in der Nathan Price noch im Mittelpunkt des Geschehens steht. Und in ihrer Behandlung des Schauplatzes Afrikas und der Afrikaner ist sie in Höchstform. Sie demonstriert die Scharfsinnigkeit, das moralische Engagement und den lyrischen Erzählstil, die ihre vorherigen Romane so erfolgreich gemacht haben. --Alix Wilbur
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As any reader of
The Mosquito Coast knows, men who drag their families to far-off climes in pursuit of an Idea seldom come to any good, while those familiar with
At Play in the Fields of the Lord or
Kalimantaan understand that the minute a missionary sets foot on the fictional stage, all hell is about to break loose. So when Barbara Kingsolver sends missionary Nathan Price along with his wife and four daughters off to Africa in
The Poisonwood Bible, you can be sure that salvation is the one thing they're not likely to find. The year is 1959 and the place is the Belgian Congo. Nathan, a Baptist preacher, has come to spread the Word in a remote village reachable only by airplane. To say that he and his family are woefully unprepared would be an understatement: "We came from Bethlehem, Georgia, bearing Betty Crocker cake mixes into the jungle," says Leah, one of Nathan's four daughters. But of course it isn't long before they discover that the tremendous humidity has rendered the mixes unusable, their clothes are unsuitable and they've arrived in the middle of political upheaval as the Congolese seek to wrest independence from Belgium. In addition to poisonous snakes, dangerous animals, and the hostility of the villagers to Nathan's fiery take-no-prisoners brand of Christianity, there are also rebels in the jungle and the threat of war in the air. Could things get any worse?
In fact they can and they do. The first part of The Poisonwood Bible revolves around Nathan's intransigent, bullying personality and his effect on both his family and on the village they have come to. As political instability grows in the Congo, so does the local witch doctor's animus toward the Prices, and both seem to converge with tragic consequences about halfway through the novel. From that point on, the family is dispersed and the novel follows each member's fortunes across a span of more than 30 years.
The Poisonwood Bible is arguably Barbara Kingsolver's most ambitious work, and it reveals both her great strengths and her weaknesses. As Nathan Price's wife and four daughters tell their story in alternating chapters, Kingsolver does a good job of differentiating the voices. But at times they can grate--teenaged Rachel's tendency towards precious malapropisms is particularly annoying (students practice their "French congregations"; Nathan's refusal to take his family home is a "tapestry of justice"). More problematic is Kingsolver's tendency to wear her politics on her sleeve; this is particularly evident in the second half of the novel, in which she uses her characters as mouthpieces to explicate the complicated and tragic history of the Belgian Congo.
Despite these weaknesses, Kingsolver's fully realised, three-dimensional characters make The Poisonwood Bible compelling, especially in the first half when Nathan Price is still at the centre of the action. And in her treatment of Africa and the Africans she is at her best, exhibiting the acute perception, moral engagement and lyrical prose that has made her previous novels so successful. --Alix Wilber, Amazon.com
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.