In "Poison Flower" tauchen die Motive wieder auf, die bereits den ersten Band der Serie "Dance for the Dead" beherrschten, nur viel schlechter ausgeführt. Man wird den Gedanken nicht los, dass Perry den Roman möglichst schnell herunterreißen wollte und ihm dabei nicht viel Neues eingefallen ist.
Jane Whitefield rettet diesesmal einen zu Unrecht des Mordes an seiner Ehefrau Verdächtigten, was eine wilde Verfolgungsjagd des (Achtung, Spoiler) tatsächlichen Mörders bzw. seiner Fusstruppen zur Folge hat, mit den üblichen Verwicklungen. Teile des Showdown erinnern an Band eins der Serie, allerdings lieblos heruntergerotzt.
Ich gebe aber zu, die Folterszenen nur quergelesen zu haben, die zählen auch gerade in ihrer Brutalität zu den Neuerungen. Jane - sie muss jetzt wohl mindestens Mitte bis Ende Dreißig sein - und ihre Beziehung zu ihrem Ehemann sind in ihrer Entwicklung aber nicht sehr glaubwürdig dargestellt (einmal davon abgesehen, wie glaubwürdig so eine Superfrau tatsächlich ist), aber in den letzten zehn Jahren hat sich außer dem frustrierten Kinderwunsch im letzten Band in ihrem Leben nichts getan. Und man fragt sich, was sie sonst so tut, wenn sie nicht wie jetzt nur alle paar Jahre einmal Verfolgten eine andere Identität verschafft. Dass das eine enthusiastische Mittzwanzigerin als Lebensinhalt tut, kann ich noch "glauben", aber bei einer zehn Jahre älteren Arztgattin - hm. Hier hätte sich der Autor mehr einfallen lassen können, aber er hat den Aufwand vermieden (wie auch auffiel, dass er nicht einmal den genauen Namen einer Figur aus dem ersten Band richtig nachgesehen hat).
Fazit: Jane Whitefield-Fans lesen das Buch sowieso. Wer die Reihe nicht kennt, ist mit dem ersten Band wirklich besser bedient.