>Point Pleasant< wurde leider bereits nach der dreizehn Folgen umfassenden ersten Staffel eingestellt. Unglücklicherweise garantiert Anspruch und Qualität einer Serie besonders in den USA noch lange keine guten Quoten.
Man könnte Point Pleasant mit diversen Serien vergleichen, allerdings halte ich so etwas für einen Fehler, weil damit nur einer falscher Eindruck vermittelt wird.
Mit >Point Pleasant< wird uns eine sich kontinuierlich weiterentwickelnde Handlung geboten wobei die einzelnen Episoden stets aufeinander aufbauen.
Die Serie wird in Deutschland nicht mehr erscheinen, allerdings ist das Verständnis durch die Untertitel kein Problem.
Während eines Sommersturms wird die junge Frau Christina Nickson (Elisabeth Harnois) im Küstenort Point Pleasant angespült und von Rettungsschwimmer Jesse (Samuel Page) aus dem Wasser gezogen, der sie zu Dr. Kramer (Richard Burgi) bringt.
Meg (Susan Walters) und Judy (Aubrey Dollar) Kramer sind einverstanden, dass Christina eine Weile bei ihnen bleibt, die ihnen versichert, ihr Vater wäre nicht erreichbar und die Mutter hätte sie niemals kennengelernt.
Doch bald wird deutlich, dass Christinas Anwesenheit in Point Pleasant kein Zufall ist, denn sie vermag es einen merkwürdigen Einfluss auf ihre Mitmenschen auszuüben und entdeckt, dass ihre Gefühle gewisse Kräfte in ihr freisetzen, die schnell gefährlich werden können.
Bald nach Christina kommt der undurchschaubare Lucas Boyd (Grant Show) in die Stadt, um über sie zu wachen. Was weiß Boyd über Christina und will er das Mädchen für ein Vorhaben benutzen?
Und vor allem stellt sich die Frage: Ist Christina wirklich so unschuldig, wie sie nach Außen erscheint?
Anfangs erweckt >Point Pleasant< einen oberflächlichen Eindruck, allerdings wird man schnell eines besseren belehrt, nachdem man nach der Pilotfolge die Charaktere kennenlernt.
Leider Gottes stört die bildhübsche Cameron Richardson in der Rolle der Paula Hargrove durch ihre schlechte schauspielerische Leistung das Gesamtbild der ansonsten guten Darstellerriege. Außerdem hätte man sich die Gage von Adam Busch besser gespart.
Die schlechten Quoten mögen wohl teilweise daran liegen, dass man von >Point Pleasant< besser keine Folge verpasst um alles zu verstehen und auch mitdenken muss. Außerdem wurde die Serie als Teeniedrama vermarktet, wofür sie eindeutig zu anspruchsvoll ist.
Die englische Ausgabe bietet englischen Ton und Untertitel und kaum Extramaterial. Das Making Of ist nicht der Rede Wert.
Ansonsten fallen natürlich besonders die beiden Protagonisten auf. Elizabeth Harnois schafft es spielerisch die Zwiespältigkeit ihres Charakters darzustellen. Man ist sich nie sicher was ihre Prioritäten sind, sodass ein Großteil der Spannung dadurch entsteht zu rätseln, welcher Seite Christina sich zuwenden wird.
Zum Schauspiel von Grant Show kann man nicht viel sagen: einfach genial.
Die Serie weiß durch vielfältige Charaktere und intelligente Handlung zu überzeugen.
Ein Beispiel wäre Amber Hargrove (Dina Meyer), die eine der interessantesten Personen darstellt. Die Figuren werden nicht in ein Schema gesteckt, sondern zeigen mehrere Facetten auf und entwickeln sich weiter.
Dabei fällt auch eine erfrischende und für Serien ungewöhnlich unkonventionelle Art auf: >Point Pleasant< nutzt aufwendige Spezialeffekte und spielt mit den Erwartungen der Zuschauer. Denkt man zunächst, dies und jenes kann ja nur nur so und so ausgehen, wird man mit überraschenden Wendungen vom Gegenteil überzeugt.
In der Serie kann es auch passieren, dass liebgewonnene Charaktere ihr Leben lassen oder nicht sind, was sie zu sein vorgeben.
Man sollte nicht davon ausgehen, alles würde mit einem Happy End schließen, denn das Ende ist, nun sagen wir ungewöhnlich. Letztendlich ist die Handlung der ersten und einzigen Staffel teilweise abgeschlossen, die Geschehnisse zum Ende der letzten Folge schreien trotzdem nach einer Fortsetzung da das Ende sehr viel Potenzial für eine zweite Staffel hat.
Insgesamt kann die Serie in kein bestimmtes Genre eingeordnet werden, es geht in >Point Pleasant< um Menschen und deren Entscheidungen und Sehnsüchte sowie um Grausamkeit, mit der wir unser Leben bestreiten und die Frage, was für Gründe es für Gut und Böse überhaupt gibt.
>Point Pleasant< ist schlicht und einfach eine Perle in der Flut der zahlreichen oberflächlichen Fernsehserien.