Aber diesem Mangel kann abgeholfen werden:
Der Pianist, Komponist und Arrangeur Andrew Hill versammelt hier einige der besten Musiker der 60-er-Jahre-Mitte um sich herum: Kenny Dorham, tp; Joe Henderson, ts; Eric Dolphy, as, cl, b-cl, fl; Richard Davis, b; und Tony Williams, dr. Die Kompositionen sind z. T. sehr stark von Thelonious Monk beeinflusst, ohne bloße Imitate zu sein, besonders "New Monastery", was schon vom Namen her auf Monk verweist. Die Musik ist sicherlich kein Free Jazz, aber doch weit entfernt vom Mainstream ihrer Zeit. Die Rhythmusgruppe mit Davis und Williams arbeitet sehr gut zusammen, nicht nur in Anbetracht dessen, dass die beiden Musiker nicht regulär miteinander spielten. Henderson und besonders Dolphy sind moderner als Dorham, der hörbar noch dem Bob- und Post-Bop-Idiom verhaftet ist. Die dominierende Stimme ist naheliegenderweise das Piano Hills. Hill hat eine sehr eigenständige harmonische Auffassung, die ihn deutlich abhebt von der McCoy Tyners und Herbie Hancocks, zweier Pianisten, die damals und auch noch heute bekannter sind als Hill. In "Refuge" spielt er vorzugsweise verminderte Septimen, Nonen und Undezimen. Wenn man Hill einige Male gehört hat, erkennt man ihn sofort. Leider ist diese Platte nicht so bekannt geworden, wie sie es verdient gehabt hätte. Ich kann sie sehr empfehlen. Auch nach über 40 (!) Jahren klingt sie immer noch jung, frisch und wagemutig.
Leider ist Andrew Hill im Jahr 2007 gestorben. Auch sein Tod ist zu wenig beachtet worden. Die Welt ist schon sehr ungerecht.