Für viele war nach dem Ausstieg / Rausschmiß von Shane MacGowan der Untergang der Pogues beschlossene Sache. Daß es erst nach zwei weiteren Alben dazu kam, daß die Band von ihren verbliebenen Mitgliedern beerdigt wurde, mag viele überraschen; angesichts der offensichtlichen Qualitätsmängel war dies aber zweifellos die beste Entscheidung. Wer die Hoffnung hatte, daß sich nach dem "Waiting for Herb"-Tiefpunkt mit drei neuen Musikern eine deutliche Verbesserung einstellte, sah sich erheblich ge- und enttäuscht. Zwar ist ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen, aber an alte Qualitäten können die Pogues mit "Pogue Mahone" keineswegs anknüpfen. Dafür fehlt der LP zu viel: Esprit, Geist, Seele: zusammenfassend: es fehlt an Daseinsberechtigung. Zu den Songs: daß ausgerechnet das Small Faces-Cover "How come" als erste Single ausgekoppelt wurde (zwar nur auf Druck der Plattenfirma, aber immerhin; die Band hat es ja überhaupt erstmal spielen müssen), grenzt schon fast an Peinlichkeit. Ein derart langweiliges Lied findet man selbst in den Charts selten. Gleiches gilt für den Scmachtfetzen "Love you till the end" - Pogues go Barry Manilow ?!? Grauenhaft. Auch Liedern wie "The sun and the moon" und "Where that love's been gone" fehlt die Einzigartigkeit Unverwechselbarkeit, welche die Pogues früher ausgemacht und zu einer der besten Bands überhaupt gemacht hat. Gleiches gilt für "Anniversary", eine nette, aber letztendlich harmlos langweilige Ballade. So bleiben einzig "Bright lights", Dylans "When the ship comes in" und Andrew Rankens "Four o'clock in the morning" (das zweite Lied nach "My baby's gone" auf "Waiting for Herb", in dem er sich mit dem Tod seiner Frau auseinandersetzt), die sich als qualitativ über dem Durchschnitt erweisen. Aber das reicht nicht. Pogues - R.I.P. Aber wir haben ja Eure alten Platten.