"Poetry. Slam." ist eine Sammlung von Texten junger, deutschsprachiger Autoren, die vor allem eines sind: innovativ. Slam Poetry kommt aus dem USA und bezeichnet überlicherweise das Vortragen von Literatur in Kneipen vor einem, meißt recht kritischen Publikum. Die meißten Texte diese Buches beziehen sich, bzw. stammen jedoch nicht aus der SlamPoetry Szene. Das ist nicht weiter tragisch, denn sie erfüllen trotzdem das, wofür SlamPoetry auch steht: Literastur voran zu treiben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich unter den über 60 Autoren so illustre Gestallen wie Alec Empire (Mastermind hinter Atari Teenage Riot), Bernd Begemann (Mulittalent)oder Thomas Meinecke (DJ-Author/ Authoren-DJ)befinden. Aber auch die eher unbekannten Autoren leisten viel in den kurzen Texten. Marko Lehenkas Texte, beispielsweise die von einem, von ihm geschriebenen Computerprogramm verfasst wurden haben einen Charme, den so schnell keine Autor aus Fleisch und Blut hinbekommen hätte. Am deutlichsten wird die Qualität, die fast alle Texte erreichen jedoch bei Georg Oswalds "Refresh Daemon": Wortgewandt und geistvoll leistet er das was, ältere Literatur nicht leisten kann und was charakteristisch für den ganzen Band ist: Zeitbezug. Nie hätte ich es für möglich gehalten, das über den Computerspielklassiker DOOM so literarisch geschrieben werden kann. Der Band spricht von daher eher ein junges Publikum an. Doch auch Älteren, die wissen wollen, wer morgen ein grosser Schriftsteller ist oder die sich für die Gedanken der Jungen interessieren sei der Band empfohlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)