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Poetik: Griech. /Dt.
 
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Poetik: Griech. /Dt. [Taschenbuch]

Aristoteles , Manfred Fuhrmann
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Poetik
OT Peri PoietikesEZ nach 335 v. Chr. EA 1481 DE 1753 Form Schrift Epoche griech. Antike
Ursprünglich als Schrift für die Hörer der Athener Akademie verfasst, begründet die fragmentarische Poetik des Aristoteles die Tradition der Dichtungstheorie. In der Auseinandersetzung mit dem Drama, primär mit der Tragödie, stellt das Werk gleichsam eine Theorie der Gattung dar.
Aufbau: Die Schrift gliedert sich in drei Abschnitte: Ein allgemeiner Teil hebt hervor, dass das Wesen der Dichtung, die Nachahmung (Mimesis), der Natur des Menschen entspringt und deren oberstes Prinzip ist. Der folgende Teil behandelt die Tragödientheorie, die letzten Kapitel beschäftigen sich mit dem Epos. Im abschließenden Vergleich der beiden Gattungen entscheidet sich der Verfasser für die Tragödie, da sie »das Ziel der Nachahmung bei einem geringeren Umfang [erreicht]« und über szenische Mittel verfügt.
Inhalt: Die Tragödie besteht nach Aristoteles aus den sechs qualitativen Elementen Handlung (Mythos), Charakter (Ethe), Sprache (Lexis), Schau (Opsis), Gedanke / Absicht (Diánoia) und Gesang (Melopoiia). Die Handlung besteht aus einer Verknüpfung von Begebenheiten zu einem einheitlichen Ganzen. Innerhalb des Handlungsverlaufs des Dramas muss ein Wendepunkt, die Peripetie, eintreten. Dieser Umschlag vom Glück ins Unglück wird durch das Handeln des Protagonisten erzeugt, der ein tüchtiger, aber fehlbarer Charakter sein sollte und durch seinen Fehler, sei es Unwissenheit oder Hybris, dem Zuschauer ähnelt. Die fehlerhafte Handlungsweise des tragischen Helden zwingt diesen, schweres Leid zu ertragen und führt, oft verbunden mit einem Umschlag von Unkenntnis in Kenntnis, zur Katastrophe. Die Wirkung der Tragödie auf den Zuschauer gründet sich auf die Erregung der physischen Affekte Jammer (eleos) und Schauder (phobos) mit dem Ziel der Katharsis, die als Erleichterung und Befreiung erlebt werden soll.
Rezeptionsgeschichte: Die Poetik des Aristoteles begründete neben der Schrift Über die Dichtkunst (Ars Poetika, um 18 v. Chr.) von R Horaz (65 v. Chr. – 8 v. Chr.) sowie einige Beispiele antiker griechisch-römischer Dramen das Dramenverständnis der Antike und der Neuzeit. In der Renaissance ergänzten vor allem französische Kommentatoren das vorhandene Wissen zu einem Regelsystem. Aufgrund des aristotelischen Verweises, die Tragödie suche bessere Menschen nachzuahmen, als sie in der Wirklichkeit vorkommen und die Komödie schlechtere, wurde seit dem 16. Jahrhundert die sog. Ständeklausel begründet, nach der die Tragödie hoch gestellte Personen behandelt, die Komödie niedrig gestellte. Die Poetik hatte ihre Blütezeit im europäischen Klassizismus, dem die Kunst und Literatur der Antike zum Leitbild wurde.
In der Hamburgischen Dramaturgie (1769) von Gotthold Ephraim Lessing (1729–81) dient der Vergleich mit der Poetik dem Versuch, dem bürgerlichen Trauerspiel ein theoretisches Fundament zu bereiten. Das Werk enthält Lessings falsche Deutung des Begriffspaars eleos und phobos zur Wirkung der Tragödie, die er mit »Mitleid« und »Furcht« als sittlich-moralische Wirkung im Sinne des philanthropischen Aufklärungsgedankens übersetzt. Das antiaristotelische Drama von Bertolt R Brecht zeugt von dem beträchtlichen

Kurzbeschreibung

Die Tragödie besteht nach Aristoteles aus den sechs qualitativen Elementen Handlung (Mythos), Charakter (Ethe), Sprache (Lexis), Schau (Opsis), Gedanke / Absicht (Diánoia) und Gesang (Melopoiia). Die Handlung besteht aus einer Verknüpfung von Begebenheiten zu einem einheitlichen Ganzen. Innerhalb des Handlungsverlaufs des Dramas muss ein Wendepunkt, die Peripetie, eintreten. Dieser Umschlag vom Glück ins Unglück wird durch das Handeln des Protagonisten erzeugt, der ein tüchtiger, aber fehlbarer Charakter sein sollte und durch seinen Fehler, sei es Unwissenheit oder Hybris, dem Zuschauer ähnelt. Die fehlerhafte Handlungsweise des tragischen Helden zwingt diesen, schweres Leid zu ertragen und führt, oft verbunden mit einem Umschlag von Unkenntnis in Kenntnis, zur Katastrophe. Die Wirkung der Tragödie auf den Zuschauer gründet sich auf die Erregung der physischen Affekte Jammer (eleos) und Schauder (phobos) mit dem Ziel der Katharsis, die als Erleichterung und Befreiung erlebt werden soll.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vom Dichten und Nachahmen 3. November 2005
Von Melanie Holtmann VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Die „Poetik" des Aristoteles ist - wie unser Professor sagte - glücklicherweise ein Buch, dass in schmalem Gewand die Grundlagen unserer Wissenschaft (der Germanistik) präsentiert, und welche andere Wissenschaft könne schon einen derartigen Vorzug aufweisen? Allerdings, so fügte er an, sei die vorliegende, von Manfred Fuhrmann übersetzte und edierte Ausgabe eine doch arg geschlamperte Sache. Nichtsdestotrotz stellt sie für die nicht des (Alt-)Griechischen Mächtigen die Arbeitsgrundlage dar, so man nicht auf eine englische oder französische Übersetzung zurückgreifen musste. Schwierigkeiten ergeben sich so oder so, da schon der Originaltext zum einen offensichtlich unvollständig, zum anderen korrumpiert ist. Zum dritten ist er, wie schon Strabon in seiner Geographika mitteilt, durch viele und oftmals unfähige Hände gegangen, eingebuddelt, ausgegraben, verkauft, missachtet worden. Nicht die besten Referenzen also, und trotzdem kann man erkennen, in welcher Deutlichkeit Aristoteles eine Stillehre entwirft. Mimesis, Tragödie, Epos, Aufgabe und Thema der Dichtung werden in richtungsweisender Klarheit behandelt. Auf die „Poetik" kann kaum verzichten, wer sich mit der Historie dieser Dinge beschäftigt.
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die aristotelische Poetik ist eines der wichtigsten Werke der westlichen Kulturgeschichte und sicherlich das wichtigste, weil grundlegende theoretische Werk der westlichen Literaturgeschichte. Daß der aristotelische Text dabei eine "dornige Lektüre" sei, wie Manfred Fürmann im ansonsten sehr gelungenen und informativen Nachwort schreibt, ist allerdings so nicht zutreffend. Tatsächlich läßt Aristoteles sowohl in den vermittelten Inhalten als auch im Modus der Vermittlung, in seiner Art der Argumentation, eine den Leser immer wieder überraschende Modernität erkennen. Freilich hat diese Modernität zwei Seiten: Unter Umständen kommt uns der Text heute noch so modern vor, weil sich auch heutzutage Literaten und Autoren, Dramaturgen und Drehbuchautoren auf den griechischen Text berufen und somit unsere gesamte Kultur, sei es nun in den Formen Roman, Film und Fernsehen oder Theater oder den anderen, von der Aristotelischen Poetik durchwirkt ist und der Originaltext so immer durch diese Medien modern gehalten wird. Das zeigt aber gleichzeitig, wie wichtig dieses Werk für das Verständnis unserer heutigen Kultur ist. Dafür, daß wir hingegen den antiken Text selbst verstehen, dafür sorgt das bereits angesprochene vorzügliche Nachwort. Mit anderen Worten: Die aristotelische Poetik ist Weltliteratur und selbst unter der restlichen Weltliteratur sticht sie hervor, da sie gerade erst die Grundlage geschaffen hat für diesen Rest. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In seiner Poetik geht Aristoteles einem offenbar tief in der menschlichen Natur verankerten Phänomen nach: der Lust, die wir beim Verfolgen einer tragischen Handlung erleben. Normalerweise würden wir über uns selbst erschrecken, wenn wir Vergnügen dabei empfänden, andere ins Unglück stürzen zu sehen. Im Theater, im Kino oder beim Lesen hingegen geben wir dem Verlangen nach tragischen Geschichten hemmungslos nach. Aristoteles findet in seiner Poetik eine bemerkenswerte Erklärung für diese Tatsache: Die Tragödie ruft die schädlichen Gefühle Jammer und Schaudern hervor und reinigt uns gewissermaßen von ihnen - wie eine Impfung, die vor Krankheiten schützt. Das Vergnügen an den durch das Bühnengeschehen hervorgerufenen Gefühlen ergibt sich aus einer angeborenen Freude am Nachahmen und am Nachgeahmten. Gerade dieses Element der aristotelischen Poetik erweist sich immer wieder als aktuell, doch auch das Werk als Ganzes, das sich als erstes seiner Art wissenschaftlich der Dichtkunst näherte, überzeugt bis heute mit tiefsinnigen Beobachtungen und Denkanstößen.
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