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Poesie der Hölle
 
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Poesie der Hölle [Sondereinband]

Buddy Giovinazzo
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Sondereinband --  
Sondereinband, 1998 --  
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Produktinformation

  • Sondereinband: 300 Seiten
  • Verlag: Maas (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3929010461
  • ISBN-13: 978-3929010466
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 11 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 953.967 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eddie hat ein Problem, denn die Diagnose lautet auf Gehirntumor. Harte Psychopharmaka und Chemotherapeutika haben seinen Körper ausgemergelt und lassen ihn periodisch in schwere Trancezustände verfallen. Als seine Schwester Denise brutal ermordet wird und Eddie durch Zufall auf eine Spur stößt, die den Mord mit der New Yorker S/M-Szene in Verbindung bringt, taucht er noch einmal aus der Agonie seiner todbringenden Krankheit auf und macht sich in den Straßen und illegalen Nachtclubs von New York auf die Suche nach dem Mörder. Doch je näher er dem Geheimnis, das den Tod seiner Schwester zu umgeben scheint, kommt, desto heimtückischer wütet der Tumor in seinem Hirn, bis Wahn und Wirklichkeit zu einer apokalyptischen Vision verschmelzen.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Sondereinband
Durch Poesie der Hölle quälte ich mich durch, habe es eben nach der letzten Seite nachdenklich zur Seite gelegt.

Normalerweise lese ich sehr schnell hier kämpfte ich bei jeder Zeile pendelte zwischen fasziniert angeekelt und völlig interessiert hin und her, genoss die Wechselduschen die Buddy Giovinazzo in mir auslöst.

Bin ich pervers? Wahrscheinlich. Ich will es nur nicht eingestehen.

Kein einfaches Buch, aber auch keines das man so mir nichts dir nichts aus der Hand legt, wenn man sich letztendlich darauf eingelassen hat. Man kann es
nicht, es verfolgt einen, will dem Leser seinen Inhalt gewaltsam ins Gehirn brennen und dort für immer seine Spuren hinterlassen genau wie ein "Ich war hier" gekritzle eingraviert in das Geländer der Ausichtsplattform des Empire States Buildings.

Wer das Buch aufschlägt und die ersten Seiten liest ist verloren, wie sein Held Eddie. Wer es öffnet, die ersten Seiten liest und es dann weglegt, der sowieso!

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Die Hölle, das ist New York City mit seinen Zuhältern, Dealern, Prostituierten; die Hölle, das sind die Krankenhäuser mit den Sterbenden in Staten Island. In beiden Stadtteilen ist Eddy zu Haus. Ein unheilbarer, ständig wachsender Gehirntumor hat ihn zum Tode verurteilt. Doch noch ist seine Zeit nicht abgelaufen. Mit Drogen gegen die Schmerzen und Gelegenheitsjobs versucht er zu überleben. Als Eddies Schwester Denise mit einer Axt hingerichtet wird, droht ihn seine traumatische Kindheit einzuholen. Bruchstücke der Erinnerung und Zufälligkeiten weisen ihm den Weg zum Mörder. Was in diesem Weltuntergangsszenario einigermaßen Bestand zu haben scheint, ist Eddies Liebe zu Kaval. Sie gibt ihm den Halt sich nicht in Phantasien und Drogen zu verlieren. „Poesie der Hölle" ist ein stark übersteigerter, düsterer Roman, der ganz und gar nicht in das positive Lebensgefühl der Amerikaner passen will. Giovinazzo, der deshalb Schwierigkeiten hatte in den USA einen Verlag zu finden, zeichnet das Bild einer völlig entfremdeten Gesellschaft. Dies spiegelt sich nicht nur in den unteren Schichten wieder, sondern auch in der upper class: hochbezahlte Makler und harmlose Familienväter flüchten sich in schwarzgetünchte Folterkeller. Sie fressen Scheiße und leben ihre perversen Lüste aus. Reiche Ehefrauen, die nichts als ihre Vergangenheit haben, verkommen zu einem Nichts und spielen nur Fassade. Die Hölle ist das, was unter der Oberfläche schmort und was nicht ausgesprochen wird in New York oder anderswo. Der Ich-Erzähler Eddie zeigt seine Angst vor dieser mutierten Gesellschaft, begegnet ihr aber wiederum fast emotionslos - er verurteilt und richtet, leidet und opfert. Alle Figuren in diesem Roman sind Opfer und Täter zugleich, ein unbändiger Kreislauf, der nicht durchbrochen werden kann. Die Vernunft, die Kaval verkörpert, muss letztendlich scheitern. Es wird keinen Ausweg aus dieser Hölle geben. Eddie bleibt zurück, als Spielball von Mächten, die er nicht beeinflussen und fassen kann. Ein drastischer Roman - so wie das Leben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kontrast? Und ob! 25. Juli 2004
Von Heinz Herbert TOP 1000 REZENSENT
Format:Sondereinband|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich hatte gerade „Frl. Ursula" von Heiner Link gelesen, ein Buch, das mich köstlich amüsierte, und mir war nach Kontrast zu Mute. Mit „Poesie der Hölle" vermeinte ich, zum richtigen Buch gegriffen zu haben, denn noch war mir „Potsdamer Platz" vom selben Autoren in bester Erinnerung, was „harten Thrill" betraf.
Wie ich las, war dies das zweite Buch des in Staten Island (NY) geborenen, früheren „Heavy-Metal-Rockers", der heute hauptsächlich Filme produzieren würde, wenn man ihn ließe wie er wollte und wie er kann (1986 „Combat Shock", 1995 „No way home" (Unter Brüdern), 2003 ein Film der Serie „Polizeiruf 110", nur um die letzten drei Filmproduktionen zu erwähnen von einer Vielzahl die ich feststellen konnte).
Und Buddy Giovinazzo schreibt Romane „...weil es mich frustrierte, ständig Scripts zu verfassen, die nicht verwirklicht wurden. Außerdem kann ich Dinge schreiben, die man niemals im Film zeigen könnte".

Ich hatte zum richtigen Buch gegriffen, doch aus ganz anderen Gründen.
Mit „Poesie der Hölle" ist dem Autoren ein Roman gelungen, der nichts mit einem „Thriller" im üblichen Sinne gemein hat. Den Touch einer Krimi-Story erhält das Buch auch erst relativ spät, als die Schwester des Ich-Erzählers Eddie (Gehirntumor, Chemotherapeutika und alle möglichen Drogen) ermordet wird. Er entzieht sich zeitweise dem Todeskampf gegen seine Krankheit, um den Mörder zu finden und zu bestrafen.
Was das Buch unterscheidet vom oft durch Fachjournalisten hochgelobten Literaturmüll, ist die absolut beeindruckende Sprache, die mich an Charles Buckowskis beste Zeiten erinnert.
Dem Autoren gelingt es durchgehend, den Leser an einer wilden Achterbahn an Halluzinationen, dem Grenzgebiet von Tagträumen und Wirklichkeit, den Auswirkungen der Agonie einer unheilbaren Krankheit teilhaben zu lassen, die seinesgleichen sucht. Bilder der Drogen- und Sado-Maso-Szenen bleiben nachhaltig haften.
Giovinazzos Welten erscheinen eher schrill und unbarmherzig als gefällig und leicht verdaulich. Das mag manch einen vergraulen. Den Vergleich mit „Letzte Ausfahrt Brooklyn" braucht der Autor nicht zu scheuen. Ich gehe einen Schritt weiter, er macht Hubert Selbys Meisterwerk vergessen.

„Amerika ist eine Drogengesellschaft", sagt der Autor, der nach eigenem Bekunden „katholisch erzogen" wurde und sich als „später geheilt" bezeichnete, wohl weil er die Gabe hat, mit offenen, wachen Augen seine Umwelt nicht nur zu streifen, sondern mit seiner trockenen, fast atemlos hämmernden Ausdrucksweise auch festzuhalten.
Wie erlebt ein Charles Buckowski Welterfolge, fragt man sich, während dieses Genie des Großstadtmelodrams bis zum heutigen Tage nur einem kleineren, wenngleich keinem kleinen Publikum bekannt ist? Vielleicht nur, weil Buckowski über seine Erfolge sprach und so tat, als hätte er selbst all das erlebt von dem er schrieb. Giovinazzo hingegen bemerkt leicht resignierend in einem Interview: „Einige Verleger haben mich abgelehnt, weil ich nicht der Junkie bin wie ich ihn beschreibe."

Ein tolles, ein spezifisches Buch, das sich stellenweise ähnlich einem Rap-Song liest, dessen Zeilen man frisst, das einem schwindlig macht, wenn man sich auf dieses Tempo des Autoren einlässt.
Genial. Einfach genial. HMcM

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