Mit Songs von epischer Schönheit und elegischen Melodien entführt uns der Kanadier Bill Leeb mit seinem Projekt Delerium in die Welt der Musik, die Weltmusik. Wie schon auf dem Vorgänger „Karma" gelingt es ihm auf einzigartige Weise vielschichtige Sounds zu produzieren, die doch durch ihre Einfachheit bestechen. Ethno-Pop, World-Music, Klassik und Dancerhythmen werden zum Schmelztiegel Deleriums. Verstärkt setzt Leeb diesmal auf akustische Gitarren und Gastsänger/Innen, die den Stücken neue Nuancen geben. Und damit zielt er wohl auch auf ein breiteres Publikum ab, dem der Name Delerium spätestens seit dem Charterfolg des Single-Remixes „Silence" ein Begriff ist. Zum Glück sind so lieblose Versionen wie die genannte auf „Poem" Fehlanzeige, auch wenn zwei, drei Songs verdammt Mainstream-Radio-kompatibel klingen. Alles in allem überwiegen aber die verträumten und sphärischen Momente auf diesem Album. Da heißt es sich zurücklehnen, Augen schließen, und sich entführen lassen. Den Dimensionen sind keine Grenzen gesetzt. Denn die Ästhetik der Songs sucht ihresgleichen. Und mit dem düsteren Ambienttrack „Amongst The Ruins" endet die Platte in bisher gewohnt mystischer Delerium-Manier, wie man sie von den frühen Platten kennt und liebt.