Yello beweisen mit "Pocket Universe", dass sie nun wirklich anscheinend alles beherrschen. Das Album hat schon ein recht ordentliches Grundtempo und geht teilweise richtig brachial zur Sache. Ist man so von Yello definitiv nicht gewohnt gewesen - jedenfalls nicht über eine gesamte Albumlänge! Die eigentliche Genialität erschließt sich allerdings eher als Gesamtwerk betrachtet und nicht aus den einzelnen Tracks, die überwiegend eh ineinander übergehen. Yello orientierten sich hier an den typischen E-Sounds (House, Techno, Ambient usw.) der 90er und drückten diesen ihren unverkennbaren Stil auf - das jedoch in gewohnter Perfektion!
In "Solar driftwood" und "Beyond mirrors" hält Meier einen magischen Vortrag zur Astrophysik in absolut genialer Art und Weise, zusammen mit der Blank´schen instrumentalen Untermalung = Gänsehautgarantie! Zugleich bilden beide Tracks Anfang und Abschluss einer insgesamt sehr stimmigen und runden Platte, die wie schon erwähnt teilweise recht hart ran geht, aber auch mit entspannten Tracks aufwartet.
Viele Technokünstler wollten auf der entsprechenden Welle mit all ihren Stilen in den 90ern erfolgreich mitreiten und haben es nie geschafft, obwohl sie vom Musikstil nichts anderes beherrschten (bzw. "gelernt haben"). Yello hingegen wagten mit diesem Album einfach mal einen kurzen Abstecher in besagte Gefilde und hinterließen eine Schneise des Staunens und ehe man das überhaupt richtig realisiert hatte, waren Yello auch schon wieder weg - weitergezogen wie Nomaden durch die vielen Facetten der Musikgeschichte, um neue Musikabenteuer zu bestehen.
Yello waren, sind und bleiben eine absolute Ausnahmeerscheinung.