Professor Pnin geht einem nicht mehr aus dem Kopf, hat man diesen schrulligen Kerl erst einmal liebgewonnen. Pnin, der auch Züge seines Autors (wie den russischen Akzent, den Beruf und die Herkunft)in sich trägt, entstammt einer fernen Welt, einem längst vergangenen Jahrhundert.
Doch so komisch er dem Leser erscheint, so tragisch ist diese Figur: Er führt das Dasein eines völlig vereinsamten Emigranten, der von seinen Mitmenschen nicht erstgenommem wird. Es bleibt ihm einzig das Leid (und die Literatur natürlich). Am Ende will Pnin, der sein Leben als Untermieter, Bewohner von Studentenheimen und exzessiver Bibliotheksbenutzer verbracht hat, doch noch einmal seßhaft werden, was mißlingt; Pnin flüchtet, da er nicht mit dem geheimnisvollen Ich-Erzähler zusammenarbeiten will.
Der Roman schildert sein Leben in Episoden. Vieles scheint willkürlich, doch die 7 Kapitel sind bewußt miteinander verwoben. Die Erzählhaltung verwirrt außerdem. Sind wir dem großen Nabokov am Ende in die Falle der Fiktion gegangen? Was bedeuten die immer wieder auftauchenden Grauhörnchen?
Man möge diesen Roman, der fast zeitgleich mit "Lolita" entstanden ist, unbedingt lesen. Es lohnt sich, versprochen!