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Pnin. 6 CDs.
 
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Pnin. 6 CDs. [Audio CD]

Vladimir Nabokov , Ulrich Matthes
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

„Lolita“, der Skandalroman, ist bekannter als „Pnin“, wenngleich Nabokov zumindest teilweise zeitgleich die beiden Romane schrieb. Der Roman um den tragikomischen Exilrussen scheint nur auf den ersten Blick leicht und oberflächlich. Bei näherem Hinhören tun sich menschliche Abgründe auf.

Tomofey Pnin lehrt am Waindell College russische Literatur. Obwohl amerikanischer Staatsbürger, kann er sich doch in den wenigsten Fällen nicht mit dem American Way of Life arrangieren und bleibt immer ein Fremder. Deutlichster Ausdruck davon ist sein noch immer unglaublich schlechtes Englisch. Protegiert wird Pnin von Herman Hagen, dem Leiter der Germanistik-Abteilung. Ansonsten wird er belächelt, verspottet oder sogar gemieden. Die Ironie des Schicksals will, dass er gerade, als er sich endlich niederlassen möchte, ein eigenes Haus kaufen will, Opfer des McCarthyism wird!

Ein allwissender Erzähler erzählt in der Ich-Form: Momentaufnahmen aus Pnins Leben, Anekdoten, Situationen, in denen er vergeblich versucht, mit den Wirren des Alltags fertig zu werden, reihen sich aneinander. Rückblenden, sprachliche Slapstick-Einlagen und gesellschaftspolitische Überlegungen wechseln einander dabei ab. Die Sprache trifft genau die Banalitäten und Tücken des Alltags; die Beobachtung ist geradezu detailversessen.

Genauso wie Pnin lehrte Vladimir Nabokov selbst von 1948 bis 1959 an einer amerikanischen Provinzuniversität. Er wurde 1899 in St. Petersburg als Sohn einer russischen Aristokratenfamilie geboren. Nach der Oktoberrevolution lebte er mit seiner Familie in England, wo er in Cambridge studierte, in Deutschland und dann in Paris. 1940 floh er in die USA. 1961 kehrte er wieder nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod 1977 im schweizerischen Lausanne.

Ulrich Matthes hält die ganze Lesung hindurch die adäquate Stimmlage: Er liest die teilweise sehr langen Sätze mit ihrer Fracht an Beobachtung in einem hohen Ton bis zu ihrer Auflösung. Brillant auch der mühelose Wechsel in den russischen Dialekt. Man kann sich an diesen Sprachkosmos immer wieder aufs Neue anhören. Egal, welche CD man wählt, man findet hinein. Vollständige Lesung, Spieldauer: ca. 423 Minuten, 6 CD.

-- culture.text

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2002
"Schiere Betörung" hat Rezensent Jochen Hieber erlebt, der hingerissen lauter Höchstwertungen vergibt. An Regisseur Ralph Schäfer ("kein Satz verstümmelt, kein Kapitel gestrichen"), an Übersetzer Dieter E. Zimmer ("immer wieder zu Recht gerühmt") und besonders an Vorleser Ulrich Matthes. Der Schauspieler lese "erlesen, ohne je zeremoniell gar feierlich zu werden", "langsam, ohne je behäbig zu wirken". Dadurch gewinnen Nabokovs Sätze für Hieber Luftigkeit und Musikalität. Jeder Figur gebe Matthes zudem einen eigenen Ton. Besonders virtuos ist das nach Ansicht des Rezensenten bei der Titelfigur Pnin gelungen, den die Oktoberrevolution aus St. Petersburg in "die Odysseen des Exils" gejagt habt. Nabokov lasse ihn "gebrochen amerikanisch, Dieter E. Zimmer in der Übersetzung ein fabelhaft gebrochenes Deutsch" sprechen. Mirakulös setze Matthes diese Sprachpartitur in Sprachklang um, "ohne sich auch nur einen Augenblick lang ins Satirische, Karikierende oder Klischeehafte" zu verlieren.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Nabokovs Geschichte aus dem Jahr 1957 vom Scheitern des hochgelehrten Slawisten Professor Timofej Pnin an einer kleinen Oststaaten-Universität Nordamerikas ist eines der komischsten und melancholischsten Bücher dieses Jahrhunderts. Im Kleide der Sanftmut treibt erzählerische Schonungslosigkeit den Helden seinem Untergang entgegen. Michael Maar hat Nabokovs berühmtesten Roman mit Pnin verglichen: -Lolita zeigt ihre Raffinesse; Pnin versteckt seine. Trotzdem gehören beide so eng zusammen wie das Paar, dem Nabokov (1899 - 1977) im Nachwort Lolitas die Ringe reicht: Humor und Metaphysik. Nicht in dem Sinn aber, daß Lolita für die Metaphysik aufkommt und Pnin sich um den Humor zu kümmern hat. Mißverstandener Pnin! Es ist Zeit, ihn als das zu würdigen, worauf er in seiner Bescheidenheit nicht selbst hinweist. Pnin hat nicht weniger Geheimnis als sein Schwesterwerk Lolita. Als schöner und komischer Roman ist er anerkannt. Als tiefes und abgründiges Meisterwerk steht er der Entdeckung offen.

Der Verlag über das Buch

Die Jury der hr2 Bestenliste hat das Hörbuch Pnin gelesen von Ulrich Matthes zum Hörbuch des Jahres 2002 gewählt. Zudem lobt Dieter E. Zimmer, der Nabokovs "Pnin" ins Deutsche übersetzt hat, in der Zeit Literaturbeilage im Dezember 2002: "...Ulrich Matthes liest den Text, (fast) ungekürzt, so klar, so verständig, so liebevoll, dass dieser eine gute Chance hat, auch unter härteren Hörbedingungen nicht nur im Ohr, sondern auch im Kopf anzukommen.(...) Er stattet Pnin mit einem so klugen, bekümmerten Russendeutsch aus, dass man guten Gewissens über ihn lacht- weil man ihn dabei nämlich nicht lächerlich findet. Matthes macht Pnin glaubhaft, glaubhafter, als der Übersetzer es konnte."

Klappentext

Der zerstreute Professor Timofej Pnin ist ein einsamer Individualist, den der American way of life tief verstört. Der Immigrant wirkt lächerlich auf seine Umgebung, als ein komischer Versager. Aber seine Würde, sein Ernst, seine Persönlichkeit lassen trotz seiner Schrullen eben diese Umwelt lächerlich erscheinen: Sie versagt an ihm. Alles, was Pnin widerfährt, macht uns diesen altmodischen russischen Gelehrten liebenswert.

«Ein Wunderwerk des Humors ... Ein Jahrhundertroman.» (Marcel Reich-Ranicki im «Spiegel ») -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Vladimir Nabokov (1899-1977) entstammte einer großbürgerlichen russischen Familie, die nach der Oktoberrevolution von 1917 emigrierte. Er ging zunächst nach England, wo er am Trinity College in Cambridge französische und russische Literatur studierte. Von 1922-1937 lebte er in Berlin, wo er 1925 die Russin Vera Slonim heiratete. 1938 verließ Nabokov Deutschland und ging mit seiner Frau und seinem Sohn nach Paris, bevor er 1940 nach Amerika übersiedelte. Wegen seiner Kenntnisse als Schmetterlingsforscher erhielt er 1942 einen Forschungsauftrag der Harvard Universität. 1945 wurde er amerikanischer Staatsbürger. 1948 wurde ihm eine Professur für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität von Cornell angeboten. Hier arbeitete er zehn Jahre lang, bis ihm der Welterfolg eines seiner Bücher es ihm ermöglichte, seine Lehrtätigkeit aufzugeben. Nabokov zog in die Schweiz, wo er sich ganz dem Schreiben widmete. Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters (1953); Kunstpreis der Brandeis Universität (1963/64); Orden des National Institut of Arts and Letters (1969).Ulrich Matthes, geboren 1959 in Berlin, ist einer der profiliertesten deutschen Darsteller auf der Bühne, im Film und im Fernsehen. In Der Untergang, der für den Oscar als bester fremdsprachiger Film 2005 nominiert wurde, verkörperte er Joseph Goebbels. Ulrich Matthes erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Gertrud-Eysoldt-Preis für herausragende schauspielerische Leistungen 2005. Die Fachkritik kürte ihn zum Schauspieler des Jahres 2005. Darüber hinaus wurde er als bester Hauptdarsteller in Der neunte Tag für den Deutschen Filmpreis nominiert.
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