Endlich mal wieder ein erfrischendes Werk aus den festgefahreren Erfolgsstudios der Filmbranche. Wen die wirre Story und Ausführung dieses virtuos inszenierten Stückes zu Anfang nicht zu sehr abschreckt, betrachtet ein exppressionistisches Meisterwerk der Filmkunst, wie es Van Gogh nicht hätte besser auf die Leinwand bannen können, hätte er Filme produziert. Gekonnt werden filmische und gesellschaftliche Normen auf die Schippe genommen, und wie beiläufig der Zuschauer in eine andere Epoche entführt. Fast wäre man versucht den Film in das Independet- Genre einzureihen, wäre da nicht die akribisch perfektionistische Art der Ausführung. Verwirrt stolpert der Betrachter von beklemmender Barock- Szenerie in altem Nebelschwaden- Style, a la "Sleepy Hollow", hin zu opulent gestalteten Schauplätzen die den alten Adel vor Neid hätten erblassen lassen. Doch wäre dies nur ein weitere Streifen in endlosen Reihen perfekter Hochglanzfilme von der Stange, wären nicht die gekonnt eingesezten Seitenhiebe auf das heutige Londoner Club- Leben und die High- Society, gepaart mit der spritzig turbulenten Story. Doch als wären gute Effekte und eine mit paukenschlägen getränkte Story für den Home- Cineasten nicht schon Freude genug, laufen die Schauspieler zu darstellerischen Höchstleistungen auf; allen voran die wandlungsfähige Liv Tyler - dem Zuschauer noch als leidende 'Neben'darstellerin aus "Armageddon" im Sinn, heizt sie hier Robert Carlyle und Jonny Lee Miller als selbstwußte Draufgängerin ein. Auch der freche Soundtrack untermalt den erfrischenden Mix aus Actionfilm und rabenschwarz bissiger Komödie. Ein Genuß auf ganzer Linie, wenn einem ein etwas abgedrehter Filmspaß nicht die Laune verdirbt.