1993 war ein schwieriges Jahr für Bananarama. Jacquie O' Sullivan, die 1988 als Ersatz für Siobhan Fahey in die Band kam (und deren Fußstapfen sie niemals ausfüllen konnte), verließ Bananarama bereits Ende 1991 und so entschied man sich, fortan als Duo weiterzumachen. Das Vorgängeralbum Pop Life, wenngleich von Kritikern gelobt, war ein kommerzieller Reinfall. Also wurden die Erfolgsproduzenten der 80er Jahre, Stock und Waterman, wieder an Bord geholt, um an den Ruhm vergangener Tage anknüpfen zu können. Hier liegt dann auch schon das Hauptproblem von Please Yourself: Stock und Waterman stehen als Synonym für die infektiöse aber belanglose Feel-Good-Musik der 80er Jahre. 1993 war auch deren Zenith längst überschritten und ihre aktuellen Produktionen klangen auch damals schon furchtbar altmodisch. Auch die Titelauswahl auf Please Yourself hätte unglücklicher nicht gewählt sein können - die Lieder versinken allesamt im Midtempobereich und die ganze Platte hört sich an wie eine Endlosschleife. Alles was hier zu hören ist, war Jahre zuvor schon mal da, so dass man den Eindruck gewinnen könnte, Bananarama versuchten hiermit ein augenzwinkerndes 80s Revival - 1993 war es dafür selbstredend viel zu früh. So jedoch wirken Bananarama über weite Strecken wie eine Parodie auf sich selbst.
Nennenswerte Tracks gibt es auf Please Yourself nicht wirklich. Es gibt keine Ausreißer nach oben oder unten. Als Bananarama während ihrer Promotion zu ihrem Comeback-Album "Drama" von 2005 auch auf dieses Album angesprochen wurden, tatem sie selbst unumwunden ihre Meinung kund: "Das Schlechteste was wir jemals veröffentlicht haben". Für einen Fan signierte Sara Dallin das Album sogar mit dem Zusatz "Es tut mir leid, dass Du dieses Album gekauft hast". Wenigstens können die Nanas über sich selbst lachen und sehen künstlerische Fehlentscheidungen als nicht allzu tragisch an - und das bringt ihnen wenigstens wieder einmal fette Sympathiepunkte ein. Please Yourself vergessen wir mal ganz schnell...