Als die ,Ketchup' Boys 1986 endlich ihr Debut Album veröffentlichten, da waren Sie Dank (der hier ebenfalls enthaltenene) single ,West End Girls' schon die aufstrebenden neuen Stars.
Trotzdem war man damals - und ist im Rückblick auch heute noch - erstaunt über den Weitblick und die Visionen die dieses Album für die Popmusik lieferte.
1984 war Wave Pop immer noch angesagt, aber die PSB wussten genau, dass es - um sich von der Masse abzuheben - notwendig war, diesen weiterzuentwickeln, und deswegen reicherten Sie ihre, damals schon sehr guten songs, um eine gehörige Portion Tanzrhythmen an. Gerade die Rhythmusspuren hier schulden ganz viel dem gerade aufkommenden Chicago House Sound. Was daraus entstand, war - mitten in eine der soundmäßig wohl leidigsten Zeiten der Musikgeschichte hinein - nicht nur damals sehr geschmackvoll, sondern alterte auch sehr sehr gut.
Mit den gern dann von Trevor Horn verwendeten Orchestralen Synth Sounds halten Sie sich noch sehr zurück - die sollten erst auf ,actually' voll zum Einsatz kommen, genauso mit den stupenden geraden Tanzbeats. Dieses Album hier ist akzentuiert, feingliedrig und elegant. Die Melodien schon sehr gekonnt geführt und es hat wohl doch einen Grund, warum neben Depeche Mode, PSB die einzigen nennenswerten Überlebenden des Synthie Pops sind.
Songwriterisch war der Nachfolger zwar noch besser, aber ,actually' wies auch schon eine gewisse Selbstgefälligkeit auf, die es klanglich nicht so gut altern liess, als ,please'.
Dass sich Madonna dann geradezu unverschämt bei ,suburbia' für ,into the groove' bediente, ist sicherlich eines der größten Komplimente die diesem Album gemacht wurden. Und Eurodisco wäre ohne diese Platte wohl nicht denkbar gewesen, bzw. uns wahrscheinlich erspart geblieben, denn Eurodisco war größtenteils nur ein schwacher und geschmackloser Abklastch dessen, was dieses Album so gut machte: die songs, die sorgfältigen und wohldurchdachten Arrangements und die geschmackssicheren sounds.