HANDLUNG
Das Ehepaar Kate (Katherine Keener) und Alex (Oliver Platt) betreiben zusammen einen Secondhand-Laden für hochwertige Möbel und wohnen mit ihrer pubertierenden Tochter Abby (Sarah Steele) in einer Eigentumswohnung in Manhattan. Die möchten sie gerne vergrößern und haben daher schon mal vorsorglich die Nachbarswohnung gekauft, in der die greise Andra (Ann Guilbert) aber noch ein lebenslanges Wohnrecht genießt. Kate bekommt einer Midlife-Crisis gerecht ein schlechtes Gewissen. Nicht nur, dass sie unterbewusst auf den Tod der alten Nachbarin wartet, nein, auch ihr Laden lebt davon, dass andere sterben, denn von den Erben beziehen sie ihre Möbel. Alex weiß momentan auch nicht so recht, sieht es aber noch entspannter. Auch weil er eine Affäre mit der biestigen Mary (Amanda Peet), der Enkeltochter von Andra, beginnt. Das gute Gewissen gibt dann die andere Enkeltochter Rebecca (Rebecca Hall). Sie ist zu allen nett und beginnt nebenher eine zarte Liaison zu einem deutlich kleineren Mann, was sie vor allem nicht stört, weil sie eben nett ist.
MEINUNG
Die Gesellschafts-Komödie von 2010 verfolgt einen höheren Anspruch als andere Filme aus dem Genre Komödie, verzichtet auf Brüller, geht subtiler ran. Es geht eben um ein gesellschaftliches Phänomen, dass jeder Mensch trotz seiner guten Seiten, die schlechten nicht unbedingt verhindern kann bzw. damit Gewissensprobleme hat. Und dann laufen dazwischen auch noch nur gute Menschen oder Bedürftige rum, die aber nicht unbedingt und zurecht glücklich wirken. Was also ist der richtige Weg?
Die Story, die mehr eine Handlung ist, will das alles irgendwie aufzeigen, was in Ansätzen auch gelingt, jedoch fehlt zu oft eine gewisse Energie, selbst wenn es manchmal ein Stilmittel sein mag, die den Zuseher wirklich bindet. Eine filigranere, differenziertere Herangehensweise mag anspruchsvoller sein, bleibt aber auch schon mal unentdeckt oder verpufft, wenn die richtige Klasse oder eine ausgesprochene Kreativität fehlt.
Stark, und dass wertet den Film letztlich extrem auf, sind die schauspielerischen Leistungen. In den Hauptrollen finden sich hier auf Nebenrollen abonnierte Akteure. Insbesondere Catherine Keener, Oliver Platt und etwas überraschend Amanda Peet überzeugen voll.
FAZIT
Zur großen Gesellschaftskomödie taugt der Film nicht und ab und an wird es zu langwierig, das aber niveauvoll.