Bei diesem Film ging Jacques Tati auf volles künstlerisches Risiko. Die Sprache wird zu einem vielsprachigen babylonischen Gebrabbel. Pantomimische Einlagen werden aneinandergereiht, eine klassische Handlung gibt es nur indirekt.
Tati steckte viel Herzblut hier hinein sowie Geld, das er nie wiedersah. Kommerziell rechnete dieser Film sich nämlich überhaupt nicht. Vielleicht hat es damit zu tun, dass er sein Erfolgsrezept bewusst verließ ...
Eine ausdrückliche Warnung: den klassischen Monsieur Hulot gibt es hier kaum mehr. Viele Hulot-Doppelgänger durchlaufen das Set, die Komik hat sich geändert, ist schwärzer geworden angesichts der durchtechnisierten, amerikanisierten Welt. Man versteht sich nicht mehr in den kaltblauen Großraumbüros.
Und, ja, ich stehe dazu: den energievolleren Humor der frühen Filme hätte ich mir persönlich hier auch erhofft. Playtime ist schon arg hyperfranzösisch-künstlerisch.
Weiterer Punkt: es ist obendrein ein Film für die größte Kino-Leinwand, die man kriegen kann. Auf DVD geht hier etwas verloren, die vielen liebevollen Details und Nebenhandlungen.
Dennoch ein Dankeschön der SZ-Reihe für diese auch hübsch aufbereitete Edition.