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Plays for Bird (Rudy Van Gelder Remaster)
Format: Audio CDÄndern
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Februar 2010
Im Oktober 1956, eineinhalb Jahre nach Charlie Parker's Tod, nahmen die fünf Musiker unter der Leitung des Tenorsaxophonisten Sonny Rollins diesen Tribute to Charlie Parker auf. Neben Sonny Rollins waren dabei: Max Roach (dr), Kenny Dorham (tp), George Morrow (b) und Wade Legge (p). Mit Ray Bryant statt Wade Legge hatte dieselbe Besetzung zwei Wochen zuvor als Max Roach Quintet das Album "Max Roach Plus Four" aufgenommen, zwei Tage später nahmen Rolllins und Roach mit Thelonious Monk den Klassiker "Brilliant Corners" auf - und doch hat "Rollins Plays For Bird" nicht den gleichen Klassiker-Status wie diese Alben. Woran es liegt, ist schwer zu sagen, die Musik ist gut, Sonny Rollins sowohl als rauer Balladenspieler wie auch rasiermesserscharfer Improvisator auf den schnellen Stücken in bester Form, Max Roach's Schlagzeug kreativ-rhythmisch wie nur er es konnte, Kenny Dorham spielt o.k., nur mit Wade Legge kann ich zugegebenermaßen nicht viel anfangen. Die Titel - alle von Charlie Parker aufgenommen und mehr oder weniger oft gespielt, aber mit einer Ausnahme keine Originals - sind von Sonny Rollins ausgewählt.

Die CD beginnt mit einem fast 27-minütigen Medley, und dieses wiederum mit einem "Parker's Mood"-Intro von Sonny Rollins (wahrscheinlich die berühmtesten 12 Noten des Jazz), wobei sich die Musiker die Stücke des Medley's aufteilen. "I Remember You" und "They Can't Take That Away From Me" gehört Sonny Rollins, "My Melancholy Baby" und "Just Friends" Kenny Dorham, "Old Folks" und "My Little Suede Shoes" Wade Legge, auf den verbleibenden 10 Minuten "Star Eyes" finden sie dann wieder zusammen.

Zusammen spielen sie auch auf "Kids Know" einem Jazz Waltz, den Max Roach von Beginn bis zum Ende (wenn er sich in "Fours" mit den anderen austauscht und schließlich zu einem typischen, durchdachten und strukturierten Schlagzeugsoli überleitet) in einer unglaublich swingenden Art und Weise mehr als nur unterlegt - es gab kaum einen Jazzdrummer, der einen 3/4-Takt so hinbekam wie Max Roach.

Nach der Ballade "I've Grown Accustomed To Her Face", einem weiteren Sonny-Rollins-Feature, auf dem Kenny Dorham aussetzt, kommt dann als Bonus-Track "The House I Live In", über 9 Minuten, das auf der ursprünglichen LP aus Zeitgründen nicht enthalten war und stattdessen auf "Sonny Boy" erschien. "The House I Live In" war ein frühes Statement (40er Jahre) für Toleranz und gegen Rassenhass (vom selben Komponisten wie "Strange Fruit"), und Ira Gitler erklärt in seinen Re-Issue Liner Notes ausführlich den Hintergrund des Songs.

Alles in allem *****, denn selbst wenn es an die besten Werke Sonny Rollins` zu jener Zeit nicht ganz heranreicht, so hat es doch immer noch eine solche Klasse, wie es viele ihr Leben lang nicht zustande bringen.
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