Ich habe mir das Lenkrad für das demnächst erscheinende Gran Turismo 5 gekauft.
Nach langer Suche bin ich bei dieser Drehorgel hängen geblieben und habe mich dafür entschieden.
Es ist das erste Mal das ich mit einem Lenkrad fahre, aber fangen wir vorne an:
Verpackung:
Die Umverpackung ist klein, stabil, handlich und mit einem komfortablen Kunststoffgriff ausgeführt. Als das Paket ankam, habe ich gedacht, ich hätte ein Teil vergessen zu bestellen, da der Karton so klein erschien.
Innen befindet sich intelligent verpackete Hardware. Der Umwelt zuliebe wird hier vollkommen auf styroporhaltige Verpackung verzichtet und stattdessen Karton verwendet. Einzig die Folienbeutel in denen die Komponenten eingepackt sind, gehören in die gelbe Tonne.
Inhalt:
Im Karton befindet sich das Lenkrad, die Pedalerie, ein Netzteil (separat verpackt) und eine Treiber-CD für den Anschluss am PC. Ausserdem div. Schriftkram (Garantie usw.) in Flyergröße. Eine gedruckte Bedienungsanleitung ist nicht vorhanden. Auch auf der Treiber-CD befindet sich eine solche nicht - jedenfalls nicht offensichtlich.
Aufbau:
Das Driving Force GT sollte auf einen stabilen Untergrund montiert werden (ich hatte es zuerst an einen kleinen Kunststoff-Balkon-Tisch geschraubt, den ich allerdings beim lenken mit angehoben und am Lenkrad hängen hatte). Hierzu werden 2 Befestigungsschrauben rechts und links des Lenkstocks verwendet. Die Befestigungshaken auf der Unterseite können zusätzlich mit zwei Klipsen (die serienmäßig montiert sind) zuätzlich auf die Dicke der Platte angepasst werden.
Das übliche Anschlussprozedere offenbart Kabelsalat: Ein 3m langes (oder kurzes, wie man es nimmt) USB-Kabel für den Anschluss an die PS3, Ein Netzkabel mit AC/DC-Stecker um das Force-Feedback ins Lenkrad zu bringen (optional, wer lieber ohne FF fährt, kann es auch weg lassen. Bringt allerdings eindeutig weniger Spass und Präzision) und ein Verbindungskabel zwischen Lenkrad und Pedalerie.
Funktionen und Arbeitsweise:
Getestet habe ich das Lenkrad bisher (6 Tage) mit Gran Turismo 5 Prologue und Need for Speed - Shift.
In beiden Spielen überzeugt das Lenkrad nach einer Eingewöhnungszeit. Das Force-Feedback ist bei GT5P direkt auf höchster Stufe voreingestellt. Ich habe es für mich persönlich auf Stufe 7 (von 10) heruntergeregelt. Da zeitgleich der Lenkwiderstand nachlässt, sollte man meines Erachtens nicht unter Stufe 5 gehen. Im Gegensatz zu NFS Shift lässt sich das Lenkrad in GT5P nicht in seinem 900° Aktionsradius einschränken (oder ich habe die Funktion noch nicht gefunden! ;)). Was jedoch bei einigen Strecken wünschenswert wäre.
Das Lenkrad ist durch die Gummierung sehr griffig. Was irgendwie optisch nicht gut gelungen ist, ist der Schaltknauf mit Plastikoberfläche als Spritzgussteil in Massenware. Hier wäre ebenfalls eine Gummierung, alleine aufgrund der Systemgleichheit, wünschenswert gewesen.
Ein besonderes Gimmick ist der spezielle Funktionsknopf mit rotem Drehregler, der eine schnelle Umschaltung einiger Fahrfunktionen wie Traktionskontrolle, Bremsverlagerung usw. zulässt. Nervig ist am Lenkrad, dass man diesen Knopf und die Auswahl der Funktionen nur auf einer langen Geraden durchführen kann, da er relativ ungünstig angeordnet ist und verlangt, dass beide Hände im Wechsel vom Lenkrad genommen bzw. umgegriffen werden muss. Gleiches gilt übriges auch für die Select-Taste die u.a. in GT5P für das Zurücksetzen des Fahrzeugs zuständig ist.
Alle anderen Bedienelemente sind jedoch richtig und logisch angeordnet.
Das Force-Feedback greift hart in die Lenkungsweise ein und verschafft einen sehr guten Eindruck des Realismusses. Zwar ist es teilweise ein wenig übertrieben, aber gerade das macht unter anderem den Spassfaktor aus! Die Vergleiche meiner Vorredner mit einem Fitnessstudio sind in der Tat, je nach Streckenwahl, nicht übertrieben.
Der sequenzielle Schaltknauf lässt sich sehr gut erreichen und legt die Gänge locker und sauber ein. Der Bestätigungsklick des eingebauten Elektrotasters wirkt ein wenig billig und wertet diesen weiter ab. Alles in allem wirkt er sehr zierlich und bruchgefährdet.
Die Hupe ist noch ohne Funktion bei den beiden getesteten Spielen! Interessiert aber auch nicht wirklich.
Zu den Pedalen ist zu sagen, dass diese gut angeordnet sind und mit meiner Fahrweise (rechter Fuß für Gas und Bremse, wie im Original) leicht und erreichen. Manchmal wünschte ich mir ein etwas strafferes Gaspedal. Das ist aber nicht weiter tragisch.
Was jedoch -leider- zu einer kleinen Abwertung führt, ist die Rutschfestigkeit der Pedalerie. Diese ist nämlich kaum gegeben. Jedenfalls nicht auf meinem Laminatboden. Ich habe daher nach den ersten Fahrversuchen zusätzliches Moosgummiband auf die Unterseite geklebt, da das Wegrutschen der Einheit während eines Rennens sehr nervig ist. Mit dieser Lösung funktioniert es wunderbar. Die herausklappbare Teppichkralle wurde von mir nicht getestet, da es in meiner Wohnung keinen Teppichboden gibt.
Schade ist auch, das die Playstation 3 keine gesonderte Lenkradunterstützung für Einstellungen im Menü bietet, wie es beim PC mit dem Treiber der Fall wäre. Da hierfür jedoch das Driving Force GT nichts kann, fließt dieser Punkt auch nicht in die Wertung ein!
Ich bin derzeit noch dabei mit dem Lenkrad an die alten Pad-Rundenzeiten anzuknüpfen. Es ist eben doch eine Gewöhnungs- und Übungssache, aber Gran Turismo 5 kann kommen!!
Das Fazit fällt für das Driving Force GT sehr gut aus: Dieses Lenkrad möchte ich nicht mehr missen. Die Verarbeitung ist erstklassig (bis auf die Pedaleriebefestigung) die Kanten der Kunststoffteile wurden sauber entgratet, wie man es von Logitech gewohnt ist. Das Force-Feedback lehrt einem das Fürchten vor Hügel, Kiesbett, Curbs und Bodenwellen. Das Driving Force GT kann ich jedem Spieler, der ein wenig mehr Realismus beim Spielen haben möchte, nur empfehlen. Wer es nicht gewohnt ist (so wie ich) der muss mit einigen Rennrunden zur Übung rechnen, bevor er auf dem gewohnten Schwierigkeitsgrad eine Strecke sauber fahren kann. Dadurch wird der Realismus weiter geprägt.
Zum Schluss bedanke ich mich fürs Durchlesen.