Anfangs wusste ich nicht genau, was ich von "PlayStation Move" halten sollte. Ein Versuch auf die Erfolgswelle der Nintendo Wii aufzuspringen schien mir armselig. Andererseits fand ich die
EyeToy-Spiele ganz große Klasse und nachdem ich mich in Sachen Move etwas belesen hatte, stieg meine Neugier. Zugeschlagen hatte ich dann, als ich meine
PlayStation 3 in Kombination mit jenem Move-Starter-Paket gekauft habe.
Der
Move Controller ähnelt in seiner Funktionalität dem der Wii, ist allerdings rund. Durch sein symmetrisches Design ist er sowohl für Links-, als auch für Rechtshänder geeignet. Auf dem Controller befinden sich die bekannten Symboltasten, die jedoch nur eine Nebenrolle spielen und meist lediglich der Bedienung von Menüoptionen dienen. Zudem gibt es in der Mitte der rechteckig angeordneten Symboltasten die daumengroße Move-Taste und auf der Rückseite die T-Taste, die sich ebenso wie die L2- und R2-Tasten des
PS3-Controllers wie ein Abzug stufenlos drücken lässt. Diese beiden Tasten sind neben der Bewegungserkennung das wichtigste Werkzeug des Move Controllers. Zu PlayStation Move gehört außerdem die Eye Camera. Sie erkennt die Position der quietschbunt leuchtenden Kunststoffkugel auf dem Move Controller. Die Kamera muss vor dem Start auf Weitwinkel gestellt werden, was aber kein Problem ist, da man einfach nur die Linse bis ganz nach rechts dreht. Im Zimmer sollte es nicht allzu hell sein, damit die Kamera die leuchtende Kugel auch richtig erkennt. Ich hatte aber bisher noch keine Probleme damit und ich denke bei Tageslicht zu spielen, sollte möglich sein.
Zum Move-Starter-Paket gehört neben einem Move Controller und der PlayStation Eye Camera auch eine Starter Disc mit 9 Demospielen. Etwas ärgerlich ist, dass alle Spiele auf die Festplatte kopiert werden müssen, bevor man sie spielen kann. Ist dies geschafft, können die Demos zwar ohne Blu-Ray Disc von der Festplatte aus gestartet werden, aber um die Demos nur mal kurz anzuspielen wäre es besser gewesen, sie direkt von der Disc starten zu können, zumal die Installationen teilweise etliche Minuten dauern (für "TV Superstars" müssen ganze drei Gigabyte kopiert werden!). Im Folgenden möchte ich kurz auf die einzelnen Spiele eingehen:
TV Superstars: Bei diesem Spiel dreht sich alles um fiktive Fernsehsendungen. Die Demo beinhaltet das Erstellen eines neuen Charakters mit Hilfe der Eye Camera, sowie zwei Fernsehsendungen. 'Frockstar' ist eine Modeschau rund um den schrulligen Randy Darling. Es geht darum, durch das Nachstellen vorgegebener Bewegungen möglichst heiß zu posen. 'Let's get physical' hingegen ist eine Spielshow vergleichbar mit "Takeshi's Castle". Zwei Spiele werden gespielt. Bei einem läuft man auf einem Wasserrad und muss Hindernissen ausweichen, bei dem anderen wird man mittels Katapult auf Ziele geschleudert und muss durch Bewegen des Move Controllers in der vorgegebenen Körperstellung das Ziel durchstoßen.
Tiger Woods PGA Tour 11: Naja, was gibt es da groß zu sagen. Man darf mit Tiger Woods auf einem Platz den Schläger schwingen.
The Shoot: Bei diesem Spiel verwendet man den Move Controller als Light Gun. Die Spielfigur folgt in Ego-Perspektive einer vorgegebenen Route. Durch Bewegen des Move Controllers steuert man das Fadenkreuz, mit der T-Taste wird gefeuert. Geht man in die Knie, duckt sich die Spielfigur. Die Level sind allesamt als Filmdreh ausgerichtet. Daher ballert man nur auf Pappfiguren. Die Demo beinhaltet zwei Szenen des Wilden Westen.
Beat Sketcher: Dieses Spiel verbindet Malerei und Musik. Pinselt man auf dem Bildschirm herum, erklingen Töne. Dabei hat man die Wahl zwischen verschiedenen Malwerkzeugen und Farben, sowie zwischen verschiedenen Instrumenten. In der Demo steht leider nur der Kreativmodus zur Verfügung. In dem darf man sich zwar richtig austoben, hat aber keine Aufgabe.
Sports Champions: In dieser Demo stehen zwei Minispiele zur Auswahl. Beim Tischtennis darf man den Trainingsmodus absolvieren und anschließend zwei Duelle gegen Computergegner spielen. Beim Disc-Golf versucht man eine Scheibe, wie beim Golf, in ein vorgegebenes Ziel zu werfen und dabei unter Par zu bleiben. Neben dem Trainingsmodus darf man hier auf einem Platz gegen einen Computergegner spielen.
Start The Party! Dieses Spiel ist quasi die Fortführung von EyeToy. Die Kamera filmt den Spieler und projiziert sein Abbild in das Spiel hinein. Der Move Controller wird dabei durch die verrücktesten Dinge erstetzt. Bei der Insektenjagd hält man eine Fliegenklatsche in der Hand und muss versuchen, vorbeifliegende Käfer zu erschlagen. Beim zweiten verfügbaren Spiel darf man sich künstlerisch betätigen. Man hält einen Pinsel in der Hand und muss in vorgegebener Zeit eine Reihe von vorgegebenen Figuren ausmalen.
Echochrome II: Hierbei handelt es sich um ein Knobelspiel. In einem Raum schwirren Konstruktionen aus Bauklötzen herum. Mit dem Move Controller bewegt man eine Lichtquelle, die den Schatten der Konstruktion an die Wand wirft. Ziel ist es, die Schatten so zu werfen, dass eine Spielfigur (die man nicht steuern kann) auf dem Schatten vom Startpunkt zum Ziel gelangen kann. Die Demo beinhaltet ein fünfteiliges Tuturial sowie drei ganze Level.
EyePet Move Edition: Diese Demo beinhaltet einen kurzen Einführungsfilm. Zudem darf man mit seinem EyePet spielen und es waschen. Man bastelt ein Flugzeug und fliegt mit dem EyePet in luftige Höhen.
Tumble: Mein persönlicher Favorit zum Schluss. Beim PSN-Spiel "Tumble" muss man mit Bauklötzen aus verschiedenen Materialien einen Turm zusammen bauen. Der Move Controller ersetzt dabei die digitale Hand. Mit ihm werden die Klötze aufgehoben, bewegt und wieder los gelassen. Dabei ist viel Geschick nötig. Stürzt der Turm um, ist das Spiel verloren. Neben den Bauleveln gibt es auch Zerstörungsherausforderungen. Hier muss man an vorgebauten Türmen Bomben platzieren, sodass diese in sich zusammen fallen und die Einzelteile möglichst weit zerstreut liegen oder sogar Ziele treffen. In der Demo stehen das Tuturial sowie vier ganze Level zur Verfügung.
Was kann abschließend noch gesagt werden? Das Move-Starter-Paket ist eine runde Sache. Move Controller und Eye Camera hat man mit einem Mal zu einem recht fairen Preis dabei. Die Starter Disc macht Lust auf mehr, das war es dann aber auch. Auf Dauer machen die bloßen Demos nämlich nicht glücklich. Von daher sollte man das ein oder andere Spiel vielleicht gleich mit in den Einkaufswagen packen. Ich denke mit den bereits erschienenen Spielen wie "Sports Champions", "Start The Party!" oder "The Shoot" kann man erstmal nichts falsch machen und die ersten spaßigen Spielstunden sind gesichert.