Ich habe den Eindruck, das gerade im Bereich der Lightguns für die PS3 hier öfters Controller miteinander verglichen werden, die für unterschiedliche Spiele unterschiedlich gut geeignet sind. Hat schon irgend jemand ernsthaft versucht, mit dem Sharp Shooter zB Fast Draw aus dem Sony-Online-Store zu spielen ? Wie realistisch oder förderlich für den Spielspass ist es, eine Lightgun mit der Grösse einer Maschinenpistole möglichst schnell aus einem virtuellen Holster zu ziehen (unabhängig vom Gewicht) ? Für den teuren Sharpshooter sprechen sicherlich viele Pluspunkte wie die Vielzahl der belegten oder belegbaren Knöpfe und deren Erreichbarkeit, sowie die direkte Anbindung der Controller Move und Navigation über die USB-Schnittstellen statt über Hebel. Allerdings ist auch der Sharpshooter (siehe zB Fast Draw) nicht bei jedem Shooterspiel die bessere Wahl.
Bei der Frage des Gewichts einer Lightgun muss sich jeder Käufer ernsthaft fragen, aus welchem Grund er überhaupt eine Lightgun statt eines normalen Controllers verwenden will. Als aktiver Sportschütze, der auch regelmässig mit echten Waffen schießt, kann ich jedem versichern, dass übliche Handfeuerwaffen in der Regel ein Gewicht zwischen 1-1,7 Kilogramm haben. Wer also immer danach schreit, das er eine Lightgun wegen eines "realistischeren" Spielgefühls haben will, darf sich über das Gewicht dieser Teile nicht beschweren, den alle sind (da überwiegend aus Kunststoff) deutlich leichter als echte Waffen !
In den meisten besseren und populären Ego-Shooter-Spielen sind die Tasten des Controllers frei programmierbar oder es werden zumindest unterschiedlich vorkonfigurierte Tastenbelegungen in den Optionen angeboten. Wenn das bei einem reinen Shooter-Spiel nicht der Fall ist und zur "Unspielbarkeit" führt, ist dies kein Fehler des Controllers, sondern eine mangelhafte Programmierung und schlichte Frechheit des Spieledesigners, die man dadurch bestrafen sollte, dass man für diese Spiele nicht so viel zahlt wie für ordentlich programmierte Spiele oder sie gleich links liegen lässt.
Ob man einen Navigationscontroller, sofern er in einem Spiel erforderlich ist, lieber vor dem Abzug, im Abzugsgriff oder dahinter hat, ist persönliche Geschmackssache (alle drei Varianten werden auf dem Markt angeboten). Ich persönlich bevorzuge die hier und im Sharpshooter gewählte Position vor dem Abzugsgriff, da ich damit als Rechtshänder besser zurechtkomme und den Abzugsgriff fester halten kann als bei einem dort integrierten Navi-Controller, den ich im Spiel noch mit dem Daumen bedienen muss.
Mit dieser Lightgunvariante kann man bei nicht montiertem Navigationsgriff sowohl Reaktionsshooter als auch Railshooter recht ordentlich zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis spielen. Mit montiertem Navigationscontroller lassen sich Railshooter und das eine oder andere Navigations-Shooterspiel auch noch spielen, jedoch nicht alle.
Fazit: Es gibt derzeit keine Lightgun auf dem Markt, die für ALLE Shooterspiele die absolut beste ist. Jede hat ihre Stärken und Schwächen und ist für die unterschiedlichen Spiele (Railshooter, Reaktionsshooter und Bewegungsshooter) dementsprechend unterschiedlich gut geeignet.
Wer alle unterschiedlichen Lightgunspiele spielen will, sollte sich deshalb von vornherein überlegen, auch verschiedene unterschiedliche Lightguns einzusetzen (man schießt ja auch real nicht mit Handfeuerwaffen auf fliegende Wurfscheiben oder mit Schrot auf Zielscheiben).
Eine 5-Sterne-Wertung gibt es daher bei mir nur für die Lightgun, die leider noch nicht existiert: ein handliches Faustfeuerwaffenmodell mit gut erreichbaren und möglichst frei belegbaren Tasten und direktem USB-Anschluß der eingesetzten Controller, also im Prinzip diese hier vorliegende Lightgun kombiniert mit den Steuerungselementen des Sharpshooters. Ob sich irgend ein Hersteller erbarmt, dies irgendwann zu verwirklichen, halte ich jedoch derzeit für fraglich.