Phil Hellmuth - der "Poker Brat" - war der jüngste Spieler, der das Main Event der WSOP in Las Vegas in 1989, No-Limit Hold'em, gewonnen hat. Das Pokerspielen hatte er auf dem College gelernt, das er dann bald verließ, um ein professioneller Pokerspieler zu werden. Es hat sich anscheinend gelohnt, denn mittlerweile gehört er zu den bestverdienenden Spielern der Welt und man muss es ihm lassen - er ist echt gut. Doch leider scheint ihm der Erfolg etwas zu Kopf gestiegen zu sein (wie der Titel schon zeigt: "The greatest Poker Player") und leider überträgt sich das auch auf das Buch.
Obwohl es sehr ausführlich ist und alle Pokervarianten mit Strategien für Anfänger beschreibt und seine Aufteilung der Spielertypen in Maus, Elefant, Schakal und Löwe recht hilfreich ist - man muss sich in jedem Kapitel erstmal durch seitenlangen Selbstlob wälzen. Ein Beispiel: im Kapitel über Poker im Internet erwartet man wohl eher ein paar Tips zum Spiel online, stattdessen darf man erstmal etwas über Phils erstem Kontakt mit dem Internet und die Entstehung seiner Website sowie über den Anbieter, bei dem er online Poker spielt, erfahren.
Natürlich kann man dann von eigenen Erfahrungen, die die Infos verpacken, sprechen, und was erwartet man schließlich vom Poker Brat, vor allem wenn man seine Performance bei einiges Turnieren schmunzelnd mitverfolgt hat? Doch auf die Dauer nervt das Selbstlob, deshalb nur vier Sterne. Ansonsten ist das Buch aber sehr zu empfehlen, da es prägnant die wichtigsten Pokervarianten mit Anfangsstrategien beschreibt. Außerdem verfügt es über ein umfangreiches Stichwortregister (immer sehr hilfreich) und ein Glossar (noch hilfreicher). Wer Phil wirklich mag, der wird auch dieses Buch mögen und wahrscheinlich erst recht seine Autobiografie, die der 39-jährige gerade schreibt.