5.0 von 5 Sternen
Ein dünnes, dafür aber sehr starkes Repertoirebuch!, 12. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Play the 4 F3 Nimzo-Indian (Taschenbuch)
Nimzo-Indisch gilt seit langem als eine der zuverlässigsten Eröffnungen gegen den Doppelschritt des weissen d-Bauern. Das Geisteskind des grossen Aaron Nimzowitsch setzt von Anfang an auf aktives Figurenspiel, ist flexibel hinsichtlich der Bauernstrukturen und eignet sich ebenso für solides
Positionsspiel wie für schärfere Gangarten. Dazu kommt, dass Nimzo-Indisch allein statistisch gesehen eine, wenn nicht gar die erfolgreichste Eröffnung gegen 1. d4 ist!
Welchen Ratschlag kann man nun also einem d4-Spieler geben, wenn er Nimzo-Indisch vorgesetzt bekommt? Der starke Grossmeister Yakovich empfiehlt Weiss die Variante mit 4. f3, ein Abspiel, mit dem er sehr grosse Erfahrung hat und mit dem er eine ebenso stattliche Erfolgsbilanz aufweisen kann! Die in dieser Variante entstehenden Stellungen sind oft scharf und noch relativ unerforscht, was für einen gut vorbereiteten Spieler zweifellos von Vorteil sein kann. Ein zentrales Thema für Anziehende dreht sich um das Läuferpaar und darum, diesem auch gern mittels Bauernopfer Luft für einen Königsangriff zu machen. Heutige
Anhänger von 4. f3 sind neben Yakovich beispielsweise die GM's Milov und Cebalo.
Anfang der 90er Jahre rückte die Variante mit 4. f3 erstmals ins Rampenlicht des Interesses als sie einem jungen Shirov zu einer Reihe von imposanten Siegen verhalf. Er bediente sich damals vor allem des Abspiels 1. d4 Sf6, 2. c4 e6, 3. Sc3 Lb4, 4. f3 d5, 5. a3 Lc3:+, 6. bc3: c5, 7. cd5: Sd5:, 8. Dd3, gegen das aber rasch starke Pläne gefunden wurden. Heute konzentriert sich die
Aufmerksamkeit fast ausschliesslich auf Keres' Zug 8. dc5:!, den Yakovich in grosser Ausführlichkeit bespricht, wie er übrigens auch alle anderen Varianten beginnend mit dem vierten Zug des Nachziehenden detailliert analysiert. Am Ende des Buches folgt noch ein Teil mit 14 ausführlich kommentierten Musterpartien, die man auch gern vor dem Theoriestudium durchspielen kann, um sich einen guten ersten Eindruck über die Stellungstypen zu verschaffen.
Fazit: Ein dünnes, dafür aber sehr starkes Repertoirebuch!
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