Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spiel + Bach = "Play Bach", 7. April 2008
In meiner Rezension von "Play Bach Vol. 3" hatte ich einige allgemeine Betrachtungen über Jacques Loussier, sein Trio und "Play Bach" angestellt. Ich wiederhole sie hier mit einigen sachten Änderungen. Anschließend gehe ich auch auf die vorliegende Platte ein.
Jacques Loussiers "Play Bach"-Einspielungen genießen unter Jazzern nicht den besten Ruf: Geschmäcklerisch, salonmusikalisch, steif, steril, zickig, unjazzig etc.
Eines steht bei neutraler Betrachtung fest: Das Jacques-Loussier-Trio ist nicht das klassische Trio von Oscar Peterson (mit Ray Brown am Bass und Ed Thigpen am Schlagzeug) oder das klassische Trio von Bill Evans (mit Scott La Faro und Paul Motian). Diese Trios haben so hohe Maßstäbe gesetzt, dass vielleicht noch das "Standard Trio" von Keith Jarrett (mit Gary Peacock und Jack DeJohnette) mithalten kann. Das Jacques-Loussier-Trio ist d a v o n weit entfernt.
Aber, und darauf kommt es an: Es macht Freude, seine Musik zu hören, denn die drei Musiker swingen eindeutig. Bachs (und Vivaldis und Händels!) Musik wohnt ein swingendes Momentum inne, was leider bei vielen Interpreten der Bildungsmusik unter den Tisch fällt. Die Melodik und Motorik der Basslinien ist im Jazz ganz ähnlich wie in der Barockmusik. Ein walking bass, wie er von Ray Brown und Leroy Vinnegar so meisterlich gespielt wird, hätte auch Bach gefallen. "Jungs, Ihr habt mich verstanden!", hätte er diesen Musikern wohl zugerufen.
Auch Pierre Michelot ist ein guter Bassist, und er hat Sinn für Bach. Er ist ein Bach-Bassist, was er auch bei den Swingle Singers zeigen konnte. Und Christian Garros findet und erfindet genau den passenden Beat dazu. Zudem ist Loussier ein sehr guter Pianist, der offensichtlich seinen Bach bestens kennt.
Was ist nun auf dieser 1961 eingespielten Platte zu hören? Viel Tänzerisches, eine Allemande, eine Courante, eine Sarabande, eine Gigue, aber auch auch Präludien und Fugen. Der Höhepunkt ist wohl der Choral "Jesus bleibet meine Freude" aus der Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" (BWV 147). Es gelingt Loussier und seinen Mitmusikern auf eine wundersame Weise, aus einem Kantatenchoral, geschrieben für Chor und Orchester, Klaviertriojazz zu machen. Es ist Spiel, es ist Bach, es ist "Play Bach".
Improvisiert wird insgesamt sehr wenig; wer die Bach'schen Originale kennt, muss sich also nicht mit noch niemals gehörten Melodien abmühen.
Die Gesamtspielzeit beträgt knapp 40 Minuten. Aber diese Dreiviertelstunde ist eine gute Dreiviertelstunde.
Fazit: Es müssen nicht immer die Trios von Peterson, Evans oder Jarrett sein, um musikalische Freuden erleben zu können, auch das Trio von Loussier tut dem auditorischen System gut. Kleinkunst hat durchaus ihre Berechtigung, auch im Jazz.
PS. Hier der Text des Chorals:
Jesus bleibet meine Freude,
Meines Herzens Trost und Saft,
Jesus wehret allem Leide,
Er ist meines Lebens Kraft,
Meiner Augen Lust und Sonne,
Meiner Seele Schatz und Wonne;
Darum lass ich Jesum nicht
Aus dem Herzen und Gesicht.
PPS. Die Kantate stammt von 1723, die Einspielung der "Play Bach"-Platte von 1961. Das Zeitintervall von 238 Jahren ist kaum zu bemerken. Dies ist bemerkenswert.
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2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mein Klassiker, 16. Dezember 2002
Ich kenne Jacques Loussier schon seit vielen Jahren von der LP. Jetzt ist es mir endlich wieder möglich, in die bekannten Melodien und Harmonien von Bach hinein zu hören und dabei mit den jazzigen Rhytmen und Akkorden mit zu gehen. Auch zu einem guten Buch ist diese Musik im Hintergrund sehr zu empfehlen.
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