Als ich vor einiger Zeit nach Bremen zog, schien es mir eine sinnvolle Investition zu sein, mich mit den sprachlichen Gepflogenheiten des Landes auseinanderzusetzen. In möglichst kurzer Zeit wollte ich Plattdeutsch lernen, um mich angemessen mit der Bevölkerung verständigen zu können. Da kam mir dieses Buch mit dem Angebot "Plattdeutsch in sechs Wochen" gerade recht. Höchst motiviert machte ich meine Anschaffung und fing an zu lernen.
Nun, obwohl mein Aufenthalt in Bremen zwar länger als sechs Wochen dauerte, spreche ich immer noch nicht Plattdeutsch. Offiziell schiebe ich es darauf, dass es mir an einem oder mehreren geeigneten Gesprächspartnern mangelte. Vielleicht mag es auch zu einem kleinen Teil daran gelegen haben, dass mich meine Motivation wie auch die nötige Freizeit recht schnell verließen. Inzwischen liegt Bremen hinter mir und mein neugewonnener Sprachschatz brach. Dem interessierten Leser möchte ich dennoch einige nützliche Einzelheiten zu diesem Werk kundtun.
In "Plattdüütsch in sess Weken" wird dem Leser auf etwa 100 Seiten das Plattdeutsche nahegebracht. Das Buch ist in eine Einleitung und 24 Lektionen gegliedert.
Die Einleitung erläutert die Lautverschiebung vom Plattdeutschen zum Hochdeutschen, die in mehreren kleinen Übungen verinnerlicht wird. Außerdem enthält sie je einen Abschnitt zu niederdeutschen Wörtern, die ins Hochdeutsche übernommen wurden, und umgekehrt zu Lehn- und Fremdwörtern, die ins Niederdeutsche übernommen wurden.
Die Lektionen 1 bis 20 sind immer in sehr ähnlicher Weise aufgebaut. Die Lektion beginnt mit einem Text, der in Lektion 1 wörtlich übersetzt daneben steht, in den Lektionen 2 bis 11 stehen einzelne Wörter übersetzt neben dem Text und in den Lektionen 12 bis 20 folgt eine alphabetische Liste übersetzter Wörter dem Text nach. Nach dem Text folgen jeweils Übungen. In jeder Lektion schließen sich dann Grammatikausführungen an, die ebenfalls in Übungen vertieft werden.
Die Lektionen 21 bis 24 sind etwas anders aufgebaut und beschäftigen sich mit speziellen Themen, wie Mundarten, Gedichten und Redensarten.
Wollte man also alles in sechs Wochen lernen, entspräche dies vier Lektionen pro Woche. Eine solche Lektion an einem Abend durchzugehen, erscheint mir durchaus machbar. Es ist zu bedenken, dass das Niederdeutsche mit dem Hochdeutschen mehr Ähnlichkeit besitzt, als die meisten Fremdsprachen, die in weitaus weniger realistischen 30-Tage-Kursen angeboten werden. Ob er also vier Abende in einer Woche zum Lesen dieser Lektüre opfern kann und möchte, wird der Leser nun selbst entscheiden. Ich würde diese Zielsetzung zumindest nicht als vollkommen unrealistisch abtun und wünsche viel Spaß und Erfolg dabei!