Aberwitzig, lyrisch, lustvoll, ketzerisch, unglaublich, überraschend, kritisch, parodistisch, zum Totlachen, zum Heulen, zum Nachdenken - all das ist Eco in deser Sammlung von kurzen bis mittellangen Essays und Geschichten.
Ob er Nabokovs "Lolita" parodiert, einen belanglosen Kinderreim wissenschaftlich interpretiert, sich in Gedanken über riesige Landkarten verliert oder sonst noch so einiges probiert, Eco vermag mit all diesen Themen zu fesseln. Er erklärt, warum man Kindern Waffen schenken sollte, warum der Faustkeil und die Atombombe nahe Verwandte sind, wie ein ozeanischer Forscher die Europäische Gesellschaft betrachten würde und wie eine Live-Reportage von der Entdeckung Amerikas aussehen könnte. Daneben schreibt er noch einige Lektoratsgutachten über wichtige Werke der Weltliteratur (beispelsweise die Bibel), die er allesamt zur Ablehnung empfiehlt und dafür auch stichhaltige Gründe angibt. Aberwitzig eben.
Der meiner Meinung nach beste Essay in diesem Buch ist aber die "Phänomenologie des Quizmasters", mit der Eco ein Geniestreich gelungen ist. Nach der Lektüre diese Abschnittes wird es wohl kaum jemanden geben, der nicht bewegt sein wird von den Schlussfolgerungen, die der Autor hier zieht. Ganz im Stile Ecos eben.