Sich mit Platon auseinanderzusetzen ist eine geziemende Sache für sich.
Platon hat für den Laien geschrieben und somit wäre das Verständlichmachen philosophischer Gedankengänge allein schon ein Hauptgrund für eine Herausgabe des Werkes: "Vom Staat".
Die Sprache Schleiermachers aber holpert etwas. Hier hat man sich wohl dem Vergnügen etwas veralteter Semantik bedient. Das führt dann mitunter zu Erinnerungen an die eigene jugendliche Übersetzungskunst, die teilweise damals zu entzückenden Ergebnissen führte.
Doch nun zum Werk selbst.
Platon, der Schüler Sokrates`s, wollte ja den Auflösungen seinerzeit (der ethischen gesellschaftlichen und politischen Normen!) entgegenwirken und zwar durch das Konzept der "Kunst der Gesprächsführung" (Dialektik).
Dadurch wird sein Werk, weil es in gegenüberliegender Zwiesprache geführt ist, unglaublich lebendig und somit auch entsprechend menschlich.
In diesem Werk Politeia (Der Staat) wird das Gespräch in verschiedene Richtungen gelenkt, in zehn einzelnen Büchern wohlgemerkt.
Es beginnt am Tage des Festes einer Göttin und die Schilderungen des Festes, der Umzüge und dergleichen leitet dann über zu den Gesprächen über den Staat selbst.
Es wird über alles geredet, was den Staat ausmacht, über Gerechtigkeit, über neue Thesen in jeder Beziehung, über das Gute(!), über die Dichtung, über die Wächter des Staates, also die Verantwortlichen, über die Verwirklichung der Gerechtigkeit in einem Staat (also, Probleme, die heute wie damals gelten), über die Philosophie und die Regentschaft, über Bildung und Erkenntnis, über die Veränderungen im Staat (Aristokratie, Oligarchie, Demokratie), über Tyrannen, über alles Mögliche, die Gleichstellung der Geschlechter in jeder Beziehung und über die Kunst.
Und es sind die Tugenden: Einsicht, Tapferkeit, Maßhaltung und Gerechtigkeit, die ein Miteinander der Menschen garantieren sollen.
Platon hat uns mit seiner Politeia also ein großartiges Werk hinterlassen, das sich immer wieder lohnt, gelesen zu werden, gerade heute.