Man könnte eine Einführung in Platons Philosophie so schön beginnen. Mit dem Höhlengleichnis zum Beispiel. Die warme, angenehme Stimme des Sprechers würde sich dafür anbieten: Frank Arnold ist eine tolle Wahl für die Reihe "Eine kurze Einführung". Man könnte zu Beginn die Ideenlehre vorstellen, diese bis heute aktuelle, atemberaubende Idee Platons, dass alles Materielle aus einem Immateriellen stammt, einer "Idee", einer "geistigen Form". Man könnte ganz verwegen sein und einen Vergleich zu "Matrix" ziehen, zum griffigen Bild des "Codes", der die "Wirklichkeit" bildet. Statt dessen verschwendet Autor Jan Szaif 70% der Laufzeit dieser CD, um sich in Einordnungen von Platons Denken und Schaffen zu ergehen. Er zählt stumpf seine Werke auf und sortiert sie nach Phasen. Er ergeht sich in vorsichtigen Formulierungen, wie man mit Platon umzugehen habe und wie nicht. Er sagt häufig, was seine Einführung nicht ist oder nicht leisten kann. Jeder Student kennt das aus der Uni. Es ist die professorale Panik der Gelehrten, nicht gelehrt oder wissenschaftlich präzise genug dazustehen, sollten sie zur Abwechslung mal die Meta-Ebene verlassen und statt dessen saftig, sinnlich und verständlich direkt in den Stoff springen. Bei einer "kurzen Einführung" dürfte man genau das allerdings erwarten. Von Platons Inhalten bleibt hier nur die rhetorische Kunst der Elenktik sowie ein wenig Ideen- und Tugendlehre hängen. Der Rest ist Sortieren.