Pörksen widmet sich in den "Plastikwörtern" undefinierbaren, bedeutungslosen Füllwörtern als einem Phänomen der Gegenwartssprache. Er beschreibt, wie diese Wörter meist der Umgangssprache entstammen, dann von der Wissenschaftssprache entdeckt und verwendet werden. Mit der Aura besonderer Wissenschaftlichkeit versehen sickern sie dann zurück in die Umgangssprache, wo sie fortan als Wortautoritäten umherstolzieren.
Plastikwörter sind Wörter, die man nutzt, obwohl sie ohne Autoritätsverlust weggelassen werden könnten, sie sind nicht an bestimmte Kontexte gebunden und meist so allgemein, daß man sich nichts darunter vorstellen. Dennoch erfüllen sie gewisse Funktionen, die Pörksen im Buch analysiert. So konzentrieren sie das Denken in eine Richtung (fanantisch durfte unter den Nazis nur positiv konotiert verwendet werden), dienen der Abgrenzung (als der Kommunismus den "Plan" wie Planwirtschaft für sich entdeckte, war das Wort für den Westen tabu, der fortan von "Struktur" und Strukturpolitik sprach) oder verschweigen den Täter (wie z. B. die Entwicklung, heute kann sich etwas ganz ohne Täter entwickeln, früher konnte nur konkrete Personen Schriftrollen entwickeln).
Das Buch ist sehr gut, originell und wunderbar geschrieben. Leider kann der Autor keine
überzeugende Definition der Plastikwörter liefern, die sie eindeutig identifizierbar machte. Andererseits bietet das Buch eine Fülle konkreter Beispiele von Plastikwörtern.